Veränderte Regeln, gleiche Ziele

Sport / 01.12.2022 • 20:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Bludenzer Yannick Müller und Armin Frauscher gehen als Geheimfavoriten in die Saison.GEPA
Der Bludenzer Yannick Müller und Armin Frauscher gehen als Geheimfavoriten in die Saison.GEPA

Weltcup der Kunstbahnrodler startet in Innsbruck. Einheitsschlitten und erstmals Damen-Doppelsitzer.

Innsbruck Die 45. Saison im Weltcup der Kunstbahnrodler ist die kürzeste in der Geschichte und kann mit zahlreichen Neuerungen aufwarten. In 85 Tagen werden die neun Stationen ausgetragen. Dazu kommen Mitte Jänner die aus organisatorischen und finanziellen Gründen von Lillehammer nach Sigulda verlegte Europameisterschaft und zwei Wochen später die Weltmeisterschaft im deutschen Oberhof.

Neuer Bewerb bei Damen

Der Auftakt erfolgt am Wochenende in Innsbruck-Igls, und gleich im ersten Bewerb kommt es zu einer Premiere. Erstmals wird eine weibliches Duo im Doppelsitzer antreten. Der Doppelsitzer der Damen wurde im Juni vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in das Programm der nächsten Winterspiele 2026 in Cortina d‘Ampezzo aufgenommen und soll zur Gleichstellung der Geschlechter beitragen.

Tiefer, breiter und leichter

Eine gravierende Regeländerung betrifft ebenfalls die Doppelsitzer. Ab dieser Saison wird mit streng genormten Einheitsschlitten, die etwas tiefer gelegt, verbreitet und leichter wurden, gerodelt. Der Rodel-Weltverband FIL nennt die bessere Lenkbarkeit als Begründung und den Nebeneffekt, dass die Entwicklungskosten sinken, die vermeintlich schwächeren Nationen profitieren und die Lücke zu den erfolgsverwöhnten Rodelnationen wie Österreich und Deutschland geringer wird.

Aufgrund der Erfolge mit viel Vorschusslorbeeren gehen die heimischen Doppelsitzer in die Saison. Der Bludenzer Thomas Steu und sein Tiroler Teamkollege Lorenz Koller zählen nicht nur wegen ihres Medaillen-Doppelpacks in Peking (Bronze im Doppelsitzer und Silber in der Teamstaffel) zu den heißesten Anwärtern auf den Gesamtweltcup. „Die große Unbekannte sind die Neuerungen. Beinahe jedes Topteam musste seinen Schlitten modifizieren, und man weiß nicht, wie sich die Änderungen auswirken“, betont Steu. „Wir haben viel getestet und haben uns gut auf das neue Schlittensystem eingestellt. Das Paket fühlt sich gut an und wir sind gespannt, wofür es reicht und wohin die Reise in diesem Winter geht.“

Ein möglicher Hauptkonkurrent von Steu/Koller kommt aus dem eigenen Lager. Der Bludenzer Yannick Müller zeigt sich nach seinem schrecklichen Malheur bei den Winterspielen in Peking, wo er sich im Training einen Bruch des linken Unterarms zuzog, wieder angriffsbereit. „Der Knochen ist gut zusammengewachsen, die drei Platten und 26 Schrauben, die den Bruch fixieren, werden voraussichtlich im Frühjahr entfernt. Im Training lief es zuletzt gut. Jetzt gilt es schnell in den Wettkampfmodus zu kommen. Wir machen uns keinen zusätzlichen Druck und wollen Schritt für Schritt schauen, was möglich ist“, betont Müller, der gemeinsam mit dem Tiroler Armin Frauscher rodelt.

Mit frischem Elan nach der verpassten Olympiateilnahme startet auch Jonas Müller im Einsitzer in die neue Ssaison. „Was war, kann man nicht mehr ändern. Mein Blick ist nach vorne gerichtet. Ich weiß, dass ich schnell sein kann und will dies gleich in Innsbruck zeigen“, betont der Bludenzer. Wertvolle Impulse erhofft sich der ältere der Müller-Brüder auch von der Zusammenarbeit mit Rodel-Guru Georg „Schorsch“ Hackl. „Er ist ein absoluter Experte, und ich hoffe, dies wirkt sich in Top­resultaten für mich aus.“

„Ich bin voll motiviert, der Gram über die verpasste Olympiateilnahme ist verflogen.“

Die Olympia-Dritten Thomas Steu (oben) und Lorenz Koller mussten in der Sommerpause ihren Schlitten modifizieren.GEPA
Die Olympia-Dritten Thomas Steu (oben) und Lorenz Koller mussten in der Sommerpause ihren Schlitten modifizieren.GEPA
Veränderte Regeln, gleiche Ziele

Rodeln

Rennrodel-Weltcup 2022/23

1. Station in Innsbruck-Igls  

DerZeitplan (alle Rennen live ORF Sport+)

Samstag:  Damen-Doppelsitzer (9.05 und 9.55 Uhr)  Damen-Einsitzer (10.45 und 12.20 Uhr)   Herren-Doppelsitzer (13.45 und 15 Uhr)

Sonntag:  Herren-Einsitzer (9.30 und 11.05 Uhr) 

 Sprint Herren-Doppelsitzer (12.30 Uhr) Sprint Damen-Doppelsitzer (12.45 Uhr)  Sprint Damen-Einsitzer (13.30 Uhr) Sprint Herren-Einsitzer (14.15 Uhr)

Erklärung: Im Sprint sind die Top 15 der Olympischen Bewerbe startberechtigt.

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