„Es wäre zu früh gewesen“

Sport / 04.12.2022 • 21:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Volle Attacke. Nina Ortlieb kannte nach einer 23 Monate dauernden Weltcup-Absenz in den Abfahrten von Lake Louise keine Zurückhaltung, fuhr auf die Plätze zwei und sechs.ap
Volle Attacke. Nina Ortlieb kannte nach einer 23 Monate dauernden Weltcup-Absenz in den Abfahrten von Lake Louise keine Zurückhaltung, fuhr auf die Plätze zwei und sechs.ap

Nina Ortlieb (26) dachte nie an Rücktritt, wie sie nach Platz zwei in der Abfahrt von Lake Louise verriet.

LaKE LOUISE Mit Platz zwei in der zweiten Lake-Louise-Abfahrt hat Nina Ortlieb gezeigt, dass nach langer Absenz vom Ski-Weltcup wieder mit ihr zu rechnen ist. „Ich glaube, ich mache es einfach unglaublich gern. Darum fällt es mir leicht, mich da wieder runterzuschmeißen“, sagte die Lecherin. An ein Karriereende wegen ihrer Knieverletzung habe sie nie gedacht. „Meine Verletzung ist passiert, da war ich 24 Jahre alt. Das wäre viel zu früh gewesen, da einen Schlussstrich zu ziehen.“

Mit der hohen Startnummer 26 schob sich die nun 26-Jährige am Samstag zwischen Siegerin Sofia Goggia aus Italien und die Schweizerin Corinne Suter. „Hinter der Sofia Zweite zu sein, ist keine Schande. Ich bin stolz auf meine Leistung und kann nur den Hut vor der Sofia ziehen“, sagte Ortlieb. Im Jänner 2021 war die Tochter von Abfahrts-Olympiasieger Patrick Ortlieb beim Training in Crans-Montana schwer gestürzt und hatte sich dabei Kreuzband-, Innenband-, Außenmeniskus- und Patellasehnenriss im rechten Knie zugezogen.

Großer Dank an das Umfeld

Seitdem war sie im vergangenen März nur Trainingsläufe – ausgerechnet – in Crans-Montana gefahren und hatte danach Abfahrt und Super-G bei den österreichischen Meisterschaften im Montafon bestritten. Dass Ortlieb beim Renncomeback im Weltcup offenbar ohne mentale Handbremse mit vollem Einsatz attackierte, nötigte ihren Konkurrentinnen höchsten Respekt ab.

„Aber ich habe schon auch eine Vorbereitung gebraucht“, spielte sie ihre Leistung herunter. „Ich bin jetzt nicht direkt vom Krankenbett da hergekommen, sondern da waren viele Monate hartes Training – Konditionstraining und Skitraining.“ 23 Monate ohne Weltcup-Rennen seien eine lange Zeit, „aber in dem Fall hat es sich ausgezahlt“. Bedenken habe sie in Hinblick auf die weitere Lebensplanung keine. „Man muss auch an die Zukunft denken. Aber ich habe immer gesagt, dass ich dann halt ein Jahr länger fahre.“ Über ihr Comeback meinte sie: „Da war Eigenleistung dabei, aber auch sehr viel vom Umfeld. Da bin ich schon dankbar, dass wir so ein schönes Umfeld in Österreich haben mit dem Österreichischen Skiverband, die mich vom ersten Tag der Verletzung an unterstützt haben.“ Dafür gab es ein Riesenlob von Siegerin Sofia Goggia: „Unglaublich“, meinte die 30-jährige Italienerin.

Cornelia Hütter stieg unterdessen in Hinblick auf ihre Gesundheit auf die Bremse und verzichtete auf die Abfahrt. Auch die kränkelnde Götznerin Christine Scheyer (28) verzichtete auf ein Antreten im zweiten Speedrennen.

„Ich bin nicht direkt vom Krankenbett gekommen, sondern da waren viele Monate hartes Training.“

Ski alpin

Weltcup-Super G der Frauen, Lake Louise

 1. Corinne Suter (SUI)  1:20,75

2. Cornelia Hütter (AUT)  1:20,77 +0,02

3. Ragnhild Mowinckel (NOR)  1:20,91 +0,16

4. Mirjam Puchner (AUT)  1:21,01 +0,26

5. Sofia Goggia (ITA) 1:21,11 +0,36

6. Elena Curtoni (ITA) 1:21,14 +0,39

7. Ramona Siebenhofer (AUT) 1:21,26 +0,51

8. Marie-Michele Gagnon (CAN) 1:21,48 +0,73

14. Nicole Schmidhofer (AUT) 1:21,78 +1,03

16. Stephanie Venier (AUT)   1:21,86 +1,11

17. Tessa Worley (FRA)  1:21,88 +1,13

22. Tamara Tippler (AUT)  1:22,06 +1,31

25. Ariane Rädler (AUT)   1:22,14 +1,39

27. Nadine Fest (AUT)  1:22,34 +1,59

34. Christina Ager (AUT)   1:23,19 +2,44

Ausgeschieden u.a.: Nina Ortlieb (AUT), Lara Gut-Behrami (SUI), Laura Gauche (FRA)

Weltcupabfahrt der Frauen, Lake Louise

 1. Sofia Goggia (ITA) 1:28,96

2. Nina Ortlieb (AUT) 1:29,30 +0,34

 3. Corinne Suter (SUI) 1:29,33 +0,37

 4. Joana Hählen (SUI) 1:29,55 +0,59

 5. Mirjam Puchner (AUT) 1:29,92 +0,96

   Ilka Stuhec (SLO) 1:29,92 +0,96

 7. Nicol Delago (ITA) 1:30,01 +1,05

 8. Michelle Gisin (SUI) 1:30,12 +1,16

 9. Ragnhild Mowinckel (NOR) 1:30,13 +1,17

10. Romane Miradoli (FRA) 1:30,22 +1,26

16. Ramona Siebenhofer (AUT) 1:30,64 +1,68

17. Ariane Rädler (AUT) 1:30,82 +1,86

20. Stephanie Venier (AUT) 1:30,89 +1,93

29. Christina Ager (AUT) 1:31,42 +2,46

33. Nicole Schmidhofer (AUT) 1:31,64 +2,68

35. Nadine Fest (AUT) 1:31,79 +2,83

Nicht am Start: Cornelia Hütter (AUT)

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