„Im Zweiten bin i abagwackelt“

Sport / 04.12.2022 • 20:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wacklig war Eva Pinkelnig in Durchgang zwei, darüber geärgert hat sie sich jedoch nicht.GEPA
Wacklig war Eva Pinkelnig in Durchgang zwei, darüber geärgert hat sie sich jedoch nicht.GEPA

Spannung beim Springen von Lillehammer: Halbzeitführende Eva Pinkelnig aus Dornbirn holt Rang drei.

Lillehammer Alles war angerichtet für die Dornbirnerin Eva Pinkelnig beim Skisprung-Weltcup im norwegischen Lillehammer. Dank eines kontrollierten Satzes auf 135,5 Meter ging die 34-Jährige mit der Halbzeitführung in den zweiten Durchgang, hauchdünn vor den Lokalmatadorinnen Anna Odine Ström (0,2 Punkte Vorsprung) und Silje Obseth (0,3). Etwas größer war der Abstand zu den Sportlerinnen ab Rang drei. Spannung für Durchgang zwei war also garantiert.

Dort konnte Pinkelnig aber unbeschwert auflaufen, bereits im Weltcup am Samstag hatte sie sich einen Podestplatz geholt, geschlagen nur von der Deutschen Katharina Althaus (-9,9 Punkte). Die Salzburgerin Sara Marita Kramer landete am ersten Bewerbstag auf Rang drei.

Auf Rang drei landete schlussendlich auch Eva Pinkelnig im zweiten Wettkampf, diesmal auf der Großschanze: Bei zwischenzeitlich zu starkem Aufwind segelte die Vorarlbergerin im zweiten Durchgang auf 130,5 Meter. Ein wackeliger Luftstand bedeutete Noten nur zwischen 16,5 und 17,5; zu niedrig für den Tagessieg. Es reichte aber für den vierten Podestplatz im vierten Bewerb der laufenden Saison, hinter Obseth und Ström auf den Rängen eins und zwei.

Groll war bei Pinkelnig deswegen aber keineswegs zu spüren, eher im Gegenteil: „Es war total cool, jeder der drei Sprünge hatte seine Schwierigkeiten, aber bei jedem waren coole Sachen dabei“, bilanzierte sie vor der Siegerehrung gegenüber dem ORF, inklusive kleiner Einheit im Dialekt: „Im zweiten Durchgang hosch glob eh gseaha, wie i abagwackelt bin.“ Bei ruhigeren Verhältnissen würde es sich auch besser fliegen, aber: „Ich zieh‘s einfach durch.“ Pinkelnig werde jedenfalls nicht langweilig, betonte sie: „Ich hab immer noch Dinge zu verbessern.“ Zum Beispiel für das nächste Weltcup-Springen im deutschen Titisee-Neustadt, wo Pinkelnig Neuland betritt: „Ich bin dort noch nie gesprungen. Es gibt aber die alte Weisheit, dass einem jede Schanze liegt, wenn man in Form ist.“ Der Bewerb auf der Großschanze findet am kommenden Sonntag statt.

Dort erwartet auch Damen-Cheftrainer Harald Rodlauer wieder ein erfolgreiches Springen: „Die Eva ist locker drauf, sie straht Selbstvertrauen aus.“ Die schwierigen Verhältnisse im zweiten Durchgang habe die Gesamtweltcup-Führende „sehr gut gemeistert“. MAX

„Ich habe den Sprung mit sehr viel Feingefühl und Selbstver- trauen durchgezogen.“

Ein Wochenende zum Jubeln: Eva Pinkelnig sprang zweimal auf das Podest.GEPA
Ein Wochenende zum Jubeln: Eva Pinkelnig sprang zweimal auf das Podest.GEPA

Skispringen

Weltcup der Frauen in Lillehammer

Großschanze

 1. Silje Opseth (NOR)  259,6 (137,5m/133,0)

 2. Anna Odine Ström (NOR) 252,1 (140,0/129,0)

 3. Eva Pinkelnig (AUT) 250,9 (135,5/130,5)

 4. Katharina Althaus (GER) 247,8 (133,0/129,0)

 7. Sara Marita Kramer (AUT) 225,6 (124,0/129,5)

14. Chiara Kreuzer (AUT) 209,2 (122,0/123,5)

28. Jacqueline Seifriedsberger 150,8 (112,5/109,0)

30. Hannah Wiegele (AUT) 127,4 (106,0/98,5)

Normalschanze (Samstag)

 1. Katharina Althaus (GER) 260,1 (99 m/96,5)

 2. Eva Pinkelnig (AUT) 250,2 (95/97)

 3. Sara Marita Kramer (AUT) 242,3 (93/97)

23. Chiara Kreuzer (AUT) 203,6 (89/83)

29. Hannah Wiegele (AUT) 176,5 (82/77,5)

Nicht für 2. Durchgang qualifiziert: 31. Jacqueline Seifriedsberger (AUT) 90,6 (81,5)

Gesamtweltcupstand nach 4 von 26 Bewerben

 1. Eva Pinkelnig (AUT) 300 Punkte

 2. Silje Opseth (NOR) 247

 3. Katharina Althaus (GER) 240

 4. Sara Marita Kramer (AUT) 216

17. Chiara Kreuzer (AUT) 64

28. Hannah Wiegele (AUT) 16

   Jacqueline Seifriedsberger (AUT) 16

Nationencup

 1. Österreich 614 Punkte

 2. Norwegen 564

 3. Deutschland 452

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