Das Duell der „Halbbrüder“ entscheidet über den Finaleinzug

Sport / 13.12.2022 • 21:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Achraf Hakimi (r.) und Kylian Mbappe sind gute Freunde.AP
Achraf Hakimi (r.) und Kylian Mbappe sind gute Freunde.AP

Überraschung Marokko fordert Weltmeister Frankreich.

Al-Rayyan Vor ein paar Tagen posierten Kylian Mbappé und Achraf Hakimi lässig und lächelnd für ein Erinnerungsfoto. Mit kleinen Spitzen erheitern die beiden Kumpels und Profis von Paris Saint-Germain auch während der WM ihre Millionen Fans in den sozialen Netzwerken. Nur kommt jetzt das große Halbfinale von Weltmeister Frankreich gegen das Sensationsteam Marokko – und die beiden Starspieler müssen sich im direkten Aufeinandertreffen messen.“ Die Halbbrüder“, schrieb die französische Fachzeitung „L‘Équipe“ vor der Partie.

Im Internet kursierte in den vergangenen Tagen ein Video der beiden im leeren Education City Stadion zu Jahresbeginn. Mbappé und Hakimi blödeln rum, der Franzose sagt das Spiel gegeneinander praktisch voraus. Es werde sein Herz brechen, aber er müsse seinen Freund „zerstören“, sagte Mbappé lachend. Und Hakimi lacht auch. Als Rechtsverteidiger wird der Marokkaner praktisch über die gesamte Spieldauer auf den Linksaußen Mbappé treffen. „Er kennt ihn besser als ich“, sagte Marokkos Nationaltrainer Walid Regragui. „Er trainiert jeden Tag mit ihm.“

Stadion in marokkanischen Farben

Hakimi (24) war im Sommer 2021 nach Paris gewechselt, Mbappé (23) spielt seit 2017 bei PSG. Das große Ziel, gemeinsam die Champions League zu gewinnen, verpassten beide in der vergangenen Saison. Dafür kann der Franzose mit seinem Heimatland zum zweiten Mal in Folge Weltmeister werden, ein Kunststück, das bislang nur Brasilien 1962 gelang. Hakimi gilt schon jetzt als Anführer jenes historisch erfolgreichen afrikanischen Teams, das es erstmals ins Halbfinale schaffte.

Besondere taktische Pläne habe er gegen den pfeilschnellen Mbappé nicht entwickelt, sagte Regragui. „Sich nur auf ihn zu konzentrieren, wäre ein Fehler.“ Die Konzentration gilt ohnehin dem großen Ganzen. „Wir wollen Geschichte schreiben und Afrika an die Weltspitze setzen“, sagte der 47-Jährige. „Wenn wir zufrieden damit wären, im Halbfinale zu stehen, wären viele Menschen einverstanden – aber ich nicht. Wir sind unter den besten Vier und wollen ins Finale kommen.“

Erwartet werden im Al-Bait Stadion nördlich von Doha Tausende marokkanische Fans, die extra einfliegen. Die „besten der Welt“, meinte Regragui und glaubt, dass die Unterstützung den Unterschied ausmachen kann.

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