Messi auf einer Stufe mit Maradona

Sport / 19.12.2022 • 20:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Messi auf einer Stufe  mit Maradona

Mit dem WM-Titel in Katar hat Lionel Messi nun alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Doch der 35-Jährige hat noch nicht genug.

Lusail Als sein sportliches Lebenswerk endlich vollendet war, blickte Lionel Messi mit großen Augen auf ein himmelblau-weißes Fahnenmeer. Menschen weinten, sangen, tanzten, Feuerwerk erhellte die Nacht, und mittendrin der Erbe Diego Maradonas, der bei der Sieges­parade auf dem Lusail Boulevard jenen goldenen WM-Pokal in die Höhe reckte, auf den er und seine Anhänger so quälend lange gewartet hatten. Die Szenen, die sich nahe dem Finalstadion abspielten, waren für den Erlöser einer ganzen Nation aber nur ein Vorgeschmack auf das, was in der Heimat wartet.

„Wir sehen uns schon bald“, versprach Argentiniens neuer Fußball-König nach der weltmeisterlichen Triumphfahrt in einem Doppeldecker durch den Finalort, bevor er und all jene, die ihn begleitet hatten, mit „La Tercera“, dem dritten WM-Triumph, im Gepäck und der einzigen Trophäe, die Messi noch gefehlt hatte, nach Buenos Aires zurückkehrten.

„Gegen Ende meiner Karriere wurde mir fast alles gegeben“, schwärmte Messi, der im Lusail-Stadion wie einst Maradona nach dem Titel 1986 in Mexiko mit der Trophäe in den Händen über den Rasen getragen worden war – und sich dennoch nicht am Ende seiner Reise mit der Albiceleste sieht. Zahlreiche Tränen vergoss er, oft musste er leiden auf dem Weg zum größten aller Triumphe, 2014 beim verlorenen WM-Finale gegen Deutschland etwa. Aber nun, am Ziel seiner Träume, wolle er „noch ein paar Spiele als Weltmeister bestreiten“.

Spielt Messi auch 2026?

Eigentlich, so hatte es „La Pulga“ angekündigt, sollte das Finale das letzte WM-Spiel werden. In Argentinien, allen voran Nationalcoach Lionel Scaloni, träumen sie jedoch weiter. Man müsse Messi, der das atemberaubende, vielleicht beste WM-Finale der Geschichte gegen Frankreich mit zwei Treffern bis ins Elfmeterschießen geprägt hatte, einen Platz offen halten bei der nächsten WM 2026. „Wenn er möchte, ist er dabei. Er wird immer das Recht haben zu sagen, ob er für Argentinien spielen möchte oder nicht“, sagte der 44-Jährige. Während des Turniers 2026 wird Messi 39 Jahre alt.

Was der vielleicht beste Fußballer dieser Zeit seinen Mitspielern gebe, suche seinesgleichen, „sowas habe ich noch nie erlebt“, schwärmte Scaloni, der in Messis größter Stunde den Tränen nahe auch an den vor zwei Jahren verstorbenen Maradona erinnerte: „Wenn er hier wäre, hätte er eine unbändige Freude empfunden und wäre der Erste auf dem Platz gewesen. Ich wünschte, er wäre hier.“

Messi und Maradona – man wird sie spätestens seit dem 18. Dezember 2022 immer in einem Atemzug nennen. Messi sei nun „eine Legende“, er sei „Weltmeister“, schrieb die Tageszeitung Clarin, und genau dies sei „Gerechtigkeit“.

Luis Suarez, Neymar und Lionel Messi bildeten einst den gefürchteten MSN-Sturm des FC Barcelona.AP
Luis Suarez, Neymar und Lionel Messi bildeten einst den gefürchteten MSN-Sturm des FC Barcelona.AP
Die Posen von Lionel Messi 2022 und Diego Maradona 1986 ähneln sich.AP
Die Posen von Lionel Messi 2022 und Diego Maradona 1986 ähneln sich.AP

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