Odermatt-Gala auf der Gran Risa

Sport / 19.12.2022 • 20:21 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Fokus auf den Sieg beim Schweizer Marco Odermatt.REUTERS/2, GEPA
Fokus auf den Sieg beim Schweizer Marco Odermatt.REUTERS/2, GEPA

In Alta Badia wurde Marco Schwarz als Siebter bester Österreicher, Patrick Feurstein landete auf Rang 18.

Alta Badia Marco Odermatt hat nach Sölden und Val d‘Isere am Montag auch den Weltcup-Riesentorlauf in Alta Badia gewonnen. Allerdings blieben ihm von sechs Zehntel-Sekunden auf den Norweger Henrik Kristoffersen nur noch zwei übrig. Kristoffersen griff im zweiten Lauf fulminant an, blieb vor den Augen des anwesenden Firmengründers von Van Deer, Marcel Hirscher, aber Zweiter. Dritter wurde der Slowene Zan Kranjec (+0,92). Bester Österreicher war wie am Vortag Marco Schwarz als Siebter.

Odermatt war am Sonntag im ersten Riesentorlauf auf der Gran Risa Zweiter geworden. „Unglaublich. Neun Podests in zehn Rennen, dazu vier Siege: ein perfekter Saisonstart“, meinte der Schweizer nach seinem 15. Weltcup-Sieg. Er habe vor der Weihnachtspause noch einmal alles aus sich herausgequetscht. „Eine wirklich schwierige, unruhige Piste, da haben die Beine nicht mehr ganz diese Spritzigkeit im Tank gehabt wie gestern. Es ist noch einmal eng geworden.“ Auch mental brauche Odermatt, der im Riesentorlauf- und Gesamt-Weltcup führt, nun eine Pause. „Diese fünf Tage (bis Bormio; Anm.) müssen reichen und werden es auch. Die genieße ich dann schon sehr.“

„Nicht mehr so viel nachdenken“

Schwarz verpasste zwar eine weitere Verbesserung seines bisher besten RTL-Ergebnisses als Siebter, der Sechste vom Sonntag war aber dennoch glücklich. „Das nehme ich schon gerne mit. Sechster und siebter Platz sind für den Riesen ganz okay“, konstatierte der Kärntner. „Es ist cool, wenn man nicht mehr so viel nachzudenken braucht. Jetzt komme ich schon ein bisschen in das Gefühl rein, wie ich es im Slalom gehabt habe.“ Am Montag sei er im oberen Teil des zweiten Laufs zu gerade gefahren. „Ich muss mir ein bisserl mehr zutrauen und es gnadenlos durchziehen.“

Raphael Haaser verbesserte sich im zweiten Durchgang vom 13. auf den neunten Rang (+2:31 Sekunden) – es war sein bisher bestes Weltcup-Resultat im Riesentorlauf. Stefan Brennsteiner fiel vom neunten auf den 17. Platz zurück (+3,05), Patrick Feurstein (+3,39) musste sich mit Position 19 begnügen. Roland Leitinger hatte wie Fabio Gstrein und Lukas Feurstein die Qualifikation für Durchgang zwei verpasst.

Für Haaser war es nach einem bösen Trainingsunfall am Vortag eine Erleichterung. Der Tiroler hatte am Sonntag beim Einfahren vor dem ersten Durchgang einen Innenskifehler, konnte nicht mehr reagieren und rammte seinen eigenen (Fischer-)Servicemann. Dieser erlitt bei dem Unfall einen Unterschenkelbruch. „Es war sehr wichtig in Hinblick auf meinen Servicemann, der sich sicher gewünscht hätte, dass ich heute meine beste Leistung abrufe“, sagte er. Haaser zog sein Programm mit Brennsteiners Servicemann von der gleichen Skifirma durch.

Ein Innenskifehler ins Unglück

Noch vor der ersten Zwischenzeit im ersten Durchgang ausgeschieden ist Manuel Feller, für den der Trip nach Alta Badia unbefriedigend war. „Ein ganz normaler Innenskifehler“, erklärte der Tiroler. „In der Passage, wo das dann passiert, habe ich gestern im zweiten Durchgang sehr viel Zeit liegenlassen. Darum habe ich versucht, die Schwünge zu treiben und schnell zu machen, und habe es ein bisschen übertrieben“, analysierte er sein Aus.

Ebenfalls nach einem Fahrfehler früh verabschieden musste sich der Sieger vom Sonntag, Lucas Braathen: „Ich hatte ein gutes Gefühl am Start heute. Die erste Sektion war gut“, meinte der Norweger. „Das ist Racing, Racing ist immer am Limit. Der Winkel war dann ein bisschen zu spitz in diesem Abschnitt.“

„Neun Podests in zehn Rennen, dazu vier Siege: ein perfekter Saisonstart!“

Der Schweizer ganz oben auf dem Podium.
Der Schweizer ganz oben auf dem Podium.
Feurstein feierte sein bestes Saisonresultat.
Feurstein feierte sein bestes Saisonresultat.

Ski-Weltcup

Herren-Riesentorlauf in Alta Badia 

 1. Marco Odermatt (SUI)  2:38,27   1:20,04  1:18,23

2. Henrik Kristoffersen (NOR)  2:38,47  +0,20  1:20,64  1:17,83

3. Zan Kranjec (SLO)  2:39,19  +0,92  1:21,26  1:17,93

4. Loic Meillard (SUI)  2:39,59  +1,32  1:21,14  1:18,45

5. Alexander Schmid (GER)  2:39,65  +1,38  1:21,71  1:17,94

6. Alexis Pinturault (FRA)  2:39,68  +1,41  1:21,68  1:18,00

7. Marco Schwarz (AUT) 2:39,69  +1,42  1:21,63  1:18,06

8. Filip Zubcic (CRO)  2:40,04  +1,77  1:22,41  1:17,63

9. Raphael Haaser (AUT)  2:40,58  +2,31  1:23,11  1:17,47

10. River Radamus (USA)  2:40,88  +2,61  1:23,48  1:17,40

11. Sam Maes (BEL)  2:40,91  +2,64  1:23,81  1:17,10

12. Joan Verdu (AND)  2:40,92  +2,65  1:23,73  1:17,19

13. Filippo della Vite (ITA)  2:41,22  +2,95  1:23,71  1:17,51

16. Stefan Brennsteiner (AUT)  2:41,32  +3,05  1:22,34  1:18,98

18. Patrick Feurstein (AUT)  2:41,66  +3,39  1:24,31  1:17,35

Nicht für den 2. Durchgang qualifiziert: 32. Roland Leitinger (AUT) 1:24,77/+4,73; 44. Fabio Gstrein (AUT) 1:25,17/+5,13; 54. Lukas Feurstein (AUT) 1:26,47/+6,43

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Manuel Feller (AUT), Lucas Braathen (NOR), Luca de Aliprandini (ITA)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Justin Murisier (SUI)

Herren, Gesamt (11)

 1. Marco Odermatt (SUI) 796

 2. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 525

 3. Lucas Braathen (NOR) 315

 4. Henrik Kristoffersen (NOR) 305

 5. Matthias Mayer (AUT) 268

 6. Vincent Kriechmayr (AUT) 252

Alexis Pinturault (FRA) 222

 8. Zan Kranjec (SLO) 245

 9. Johan Clarey (FRA) 198

10. James Crawford (CAN) 197

12. Manuel Feller (AUT) 195

13. Marco Schwarz (AUT) 164

16. Daniel Hemetsberger (AUT) 142

27. Otmar Striedinger (AUT) 87

28. Raphael Haaser (AUT)   85

33. Stefan Brennsteiner (AUT)   71

49. Patrick Feurstein (AUT)   37

67. Stefan Babinsky (AUT)   24

73. Fabio Gstrein (AUT)   22

Herren, Riesentorlauf (4)

 1. Marco Odermatt (SUI) 360

 2. Henrik Kristoffersen (NOR) 265

3. Zan Kranjec (SLO) 245

7. Marco Schwarz (AUT) 128

9. Manuel Feller (AUT) 115

12. Stefan Brennsteiner (AUT)  71

21. Patrick Feurstein (AUT) 37

Herren, Mannschaft (11)

 1. Schweiz 1655

 2. Norwegen 1499

3. Österreich 1396

Damen, Mannschaft (12)

 1. Schweiz 1731

 2. Österreich 1423

 3. Italien 1410

Nationencup (23)

 1. Schweiz 3386

 2. Österreich 2819

 3. Norwegen 2023

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