Das geht sich nicht aus

Sport / 21.12.2022 • 19:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Austria hofft auf ein Wunder, doch Altach will zugunsten des Konkurrenten keine tiefgreifenden Kompromisse eingehen. Denn nur mit sehr großem Engegenkommen der Altacher wäre der temporäre Einzug der Austria in die Cashpoint Arena denkbar. Es hätte wohl zur Folge, dass mindestens das Frauenteam und wohl auch einige Nachwuchsmannschaften ihre Heimspiele nicht in der „Heimat“ Altach, sondern ihrerseits an einem Ausweichort wie Götzis austragen müssten. Und welcher Verein würde es zulassen, dass die „Eigenen“ zugunsten des größten Rivalen ausquartiert werden und das Vereinsleben dadurch auseinandergerissen wird? Der Widerstand der Altacher Führungsriege ist folgerichtig, ein anderes Vorgehen könnten die Verantwortlichen den eigenen Mitgliedern auch gar nicht erklären. Doch was jetzt? Fans der Lustenauer Austria hoffen auf den Druck der Politik, die aufgrund der Förderungen in der Vergangenheit ein Machtwort sprechen soll. Doch so einfach ist es nicht, Förderungen werden natürlich nur mit Auflagen erteilt. Wenn in diesen aber die gemeinsame Nutzung nicht vermerkt ist, kann das Land Vorarlberg nur appellieren oder zukünftige Förderungen in Frage stellen. Das wird dem SCR Altach sicher zu wenig sein, um sie zur Öffnung der Cashpoint Arena zu zwingen. Der langjährige Bundesligist hat sich eine starke Position erarbeitet, in der er sich nicht mehr als „Bittsteller“ beim Land fühlt.

Für Lustenau ist die Situation eine denkbare unangenehme. Auf den eigenen Stadionneubau mussten die Grün-Weißen viele Jahre warten, nun kommt die Lösung mindestens ein Jahr zu spät. Denn alle Ausnahmegenehmigungen der Bundesliga laufen im Sommer 2024 aus, zu einem Zeitpunkt, an dem das Reichshofstadion noch eine Baustelle sein wird. Dazu gehen der Austria die Alternativen aus. Altach geht sich nicht aus, gegen Bregenz werden sich die anderen Bundesligavertreter wehren und Innsbruck ist finanziell nicht zu stemmen, der Verein würde durch Heimspiele in Tirol entwurzelt, die Aufmerksamkeit ginge verloren.

Johannes Emerich

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