„Ich bin im Flow“

Sport / 30.12.2022 • 21:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eva Pinkelnig ist auf dem besten Weg, sich die „Goldene Eule“ als Siegerin der Silvester Tournee zu schnappen. Heute findet in Ljubno (Slo) der dritte von insgesamt vier Bewerben statt.apa
Eva Pinkelnig ist auf dem besten Weg, sich die „Goldene Eule“ als Siegerin der Silvester Tournee zu schnappen. Heute findet in Ljubno (Slo) der dritte von insgesamt vier Bewerben statt.apa

Österreichs derzeit beste Skispringerin genießt den Erfolg und will noch mehr.

Ljubno Eva Pinkelnig dominiert derzeit die weibliche Skisprungszene. Die Dornbirnerin geht heute als große Favoritin in Ljubno auf der Silvester Tournee an den Start. Kein Wunder, hat sie doch die ersten beiden Bewerbe in Villach souverän gewonnen. So nebenbei hat sie sich die Führung im Gesamtweltcup gesichert. Platz 29 in der gestrigen Qualifikation bringt die 34-Jährige nicht aus der Ruhe.

Frau Pinkelnig, können Sie unseren Lesern die Gründe für Ihre aktuelle Topform erklären?

Pinkelnig Ehrlich: Ich bin im Flow. Damit meine ich das gesamte Paket, denn den einen Grund für diesen Lauf gibt es nicht. Hinter den Erfolgen stehen ganz viele Leute. Wichtig war die Vorbereitung im Sommer, in der ich offen für Kritik war und danach an Dingen gearbeitet habe, die mir zwar nicht viel Spaß machten, mich aber weiterbrachten.

Haben Sie in der Vorbereitungszeit gespürt, dass diese Saison eine ganz starke werden kann?

Pinkelnig Nein, aber ich habe mir mit viel Arbeit an den Basics ein richtig gutes Fundament geschaffen. Darauf baue ich nun auf. Zudem schafft es das Kernteam des ÖSV rund um Cheftrainer Harald Rodlauer sowie Thomas Diethart oder Physiotherapeutin Therasa Koren immer, mich auf den Punkt genau wettbewerbsfähig zu machen. Dabei spielt die Kommunikation untereinander eine große Rolle, dadurch haben viele Räder ineinandergegriffen, die mich zuletzt jubeln ließen. Nicht zu vergessen die Skifirma Augment, die mir perfekt abgestimmtes Material zur Verfügung stellt. Dieser Mix macht es möglich, dass mich so ein schwacher Sprung wie gestern in der Quali nicht aus der Bahn wirft für heute.

Wie gehen Sie damit um, dass Sie nun die große Gejagte sind?

Pinkelnig Nicht falsch verstehen: Ich freue mich riesig über das gelbe Trikot, feiere es auch. Aber wenn ich am Balken sitze, zählt das alles nichts. Da muss ich im Hier und Jetzt sein, um den bestmöglichen Sprung zu setzen. Das möchte ich unbedingt beibehalten, das wird sicher noch eine große Challenge für mich.

2023 steht vor der Tür, wie lauten Ihre Vorsätze für das neue Jahr?

Pinkelnig Ich bin grundsätzlich ein Mensch, der sich nicht groß vom Kalender beeinflussen lässt. Vorsätze, Wünsche oder neue Wege einschlagen – das mache ich, wenn ich denke, es ist nötig für mich. Was ich mir, meiner Familie und auch all meinen Freunden für das neue Jahr wünsche, ist Gesundheit. Was ich mir aber dennoch zum Vorsatz nehme, ist, mit Menschen, die ich liebe, viel mehr Zeit zu verbringen.

Eva Pinkelnig will heute in Ljubno genau so jubeln wie bei ihren Siegen in Villach.
Eva Pinkelnig will heute in Ljubno genau so jubeln wie bei ihren Siegen in Villach.

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