„Magic Mikaela“ knackte den 80er am Zauberberg

Sport / 30.12.2022 • 18:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
So richtig ausgelassen feierte Mikaela Shiffrin ihren zweiten Hattrick am Semmering.afp
So richtig ausgelassen feierte Mikaela Shiffrin ihren zweiten Hattrick am Semmering.afp

Semmering Am Zauberberg hat Mikaela Shiffrin eine weitere magische Marke geknackt. Mit nun 80 Weltcupsiegen fehlen dem US-Skistar nur noch zwei auf Landsfrau Lindsey Vonn und sechs auf Allzeit-Leader Ingemar Stenmark. Dass sich die noch immer erst 27-Jährige recht bald zur Rekordsiegerin aufschwingen wird, steht für Wegbegleiter außer Frage. Die Konkurrenz staunt und der Chef ihrer Skimarke schickt Warnungen aus. „Jetzt ist sie im Flow.“

Am Donnerstag machte Shiffrin im Flutlicht-Slalom wie 2016 den Hattrick perfekt, nachdem sie zuvor die beiden Riesentorläufe gewonnen hatte. Wieder einmal zauberte die Ausnahmekönnerin am Zauberberg, verlor auch angesichts winkender Jubiläen nie den Fokus. „Wenn ich am Start an den 80er gedacht hätte, hätte ich nicht gewonnen. Ich war ganz in mein Skifahren versunken“, schilderte Shiffrin. „Es gibt Momente, da kann ich tagträumen über die Zahlen und Siege und es motiviert mich auch. Aber das ist bedeutungslos in dem Moment, wo gutes Skifahren gefragt ist.“

Der Doppelsieg gemeinsam mit Landsfrau Paula Moltzan bedeutete Shiffrin mehr als das runde Jubiläum. „80 ist für mich nur eine Zahl. Ich habe keinen besonderen Bezug dazu“, sagte Shiffrin und scherzte mit Blick auf die von Michaela Dorfmeister überreichte Jubiläumstorte: „Aber ich habe einen Kuchen bekommen. Ich liebe Kuchen, das war es wert.“ Gemeinsam mit der früheren Slalom-Juniorenweltmeisterin Moltzan auf dem Podest zu stehen – es war der erste US-Doppelsieg im Slalom seit den Geschwistern Marilyn/Barbara Cochran 1971 – machte die Sache für Shiffrin richtig emotional. „Ich weiß, wie hart ich arbeite. Ich weiß, wie hart Paula und das ganze Team arbeiten. Wir sind den ganzen Winter von zuhause weg, wir verzichten auf wirklich viel und ich weiß, wie sehr sie das will. Das gemeinsam mit ihr zu erleben macht den 80. und 50. Sieg noch viel spezieller“, sagte Shiffrin, die ihre ein Jahr ältere Teamkollegin seit Ewigkeiten kennt. „Ich und Paula fahren seit Whistler-Cup-Zeiten (Anm. d. Red.: Kinderrennen) gemeinsam.“

Vor fast genau zehn Jahren hat Shiffrin in Aare ihren Premierensieg gefeiert. Seither dominiert sie den Weltcup-Zirkus zwar in schier unverwüstlicher, aber extrem menschlicher Manier – kaum eine Athletin spricht so offenherzig über Erfolgsdruck und Selbstzweifel, etwa nach dem unerwarteten Tod ihres Vaters Jeff im Februar 2020.

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