Mit schwerem Rucksack ins neue Jahr

Sport / 30.12.2022 • 18:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

ÖSV-Technikerinnen fehlt Liensberger Katharina als Glanzlicht.

Semmering Vor einem dankbaren Heimpublikum fuhren Österreichs Skitechnikerinnen beim Semmering-Triple die fast schon befürchtete Niederlage ein. Nur ein Top-Ten-Resultat in drei Rennen lautete die magere Ausbeute. „Die Verunsicherung ist doch zu groß, dass sie an die Grenzen gehen können. Und wenn sie es probieren, passieren Fehler“, sagte ÖSV-Alpinchef Herbert Mandl. Auch die ansonsten verlässlichste Kraft ist davor nicht gefeit.

Nach acht Sekunden war der Traum vom Befreiungsschlag für Katharina Liensberger schon wieder vorbei. „Ich durfte schon sehr viele schöne Momente in meiner Karriere erleben. Jetzt ist ein Zeitpunkt, wo es nicht so läuft“, sagte Liensberger nach dem gebrauchten Heimspiel ohne Top­platzierung und einem ­Slalomnuller zum Abschluss. So bitter das Jahr 2022 für die Weltmeisterin zu Ende geht, so sehr gibt der Jahreswechsel neue Hoffnung. „Es ist gut, dass ein neues Jahr kommt, ein neuer Wechsel, und ich freue mich auf Zagreb.“

Sie hoffe, dass sie dahin „Kraft schöpfen“ könne, meinte Liensberger und formulierte ihre sportlichen Neujahrswünsche: „Dass ich wieder meine schnellen Schwünge zeige, und das wirklich wieder mit Herz und Begeisterung mache, was ich gern tue. Ich hoffe natürlich, dass ich sehr schnell wieder ganz nach oben kommen kann.“ Völlig verzwickt ist die Lage laut der Vorarlbergerin nicht. „Man sieht, dass der Speed schon passen würde, wenn ich mich wirklich wieder auf mich und mein Skifahren konzentrieren kann.“

Im kriselnden ÖSV-Technikteam fehlt Liensberger dieser Tage als Glanzlicht, das in der Vergangenheit oft vieles überblendet hat. So kam das enttäuschende Abschneiden am Semmering mit Ricarda Haasers achtem Platz als „Highlight“ für Mandl und Cheftrainer Thomas Trinker keineswegs überraschend. „Wunder gibt es in unserem Sport keine“, meinte Trinker. „Wenn die Liensberger Katharina im Slalom ausfällt, wird es mit den Topplätzen schwierig. Und der Riesentorlauf ist schon seit Jahren schwierig. Da haben wir eine Brunner Stephi, und eine Liensberger, die aufs Stockerl gefahren sind –dann ist zusammengeräumt.“

Doch während die eine zwar fit, aber auf Formsuche ist, müsse Riesentorlauf-Spezialistin Brunner nach ihrer x-ten Knieblessur erst zu hundert Prozent fit werden. „Das Ziel muss sein, dass wir sie bis zur WM so beinand‘ haben, dass sie dort aufs Stockerl fahren kann“, sagte Trinker. Völlig niedergeschlagen reiste der ÖSV-Tross vom Semmering aber nicht ab.

„Ich kann mich gut hineinversetzen, wenn man am Start steht und sich fühlt, als hätte man einen 1000-Kilogramm-Sack hinten drangehängt“, meinte die verletzte Katharina Gallhuber, die im Zielraum ihren Teamkolleginnen Trost spendete. „Es fehlt die Leichtigkeit, und es muss sich sicher nur ein Knopf lösen, damit es wieder läuft.“

„Es ist gut, dass ein neues Jahr kommt, ein neuer Wechsel, und ich freue mich auf Zagreb.“

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