Warmwetter als Herausforderung

Sport / 01.01.2023 • 18:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für das Springen in Innsbruck am Mittwoch auf der Bergiselschanze erwartet man sich ein volles Stadion und einen Hexenkessel.gepa
Für das Springen in Innsbruck am Mittwoch auf der Bergiselschanze erwartet man sich ein volles Stadion und einen Hexenkessel.gepa

71. Vierschanzen-Tournee steht im Zeichen der Plusgrade.

Innsbruck Braune Berge, grüne Wälder und teilweise Temperaturen im zweistelligen Plusbereich: Vom Winter ist bei der 71. Vierschanzentournee nur wenig zu spüren. Das Warmwetter ist heuer stetiger Begleiter des Schanzen-Spektakels, die Durchführung der Veranstaltungen ist aber nicht in Gefahr. „Es ist warm. Aber wir haben keine Angst, dass es kein Springen geben wird“, sagte Max Obergruber, OK-Chef des Bergiselspringens am Mittwoch (13.30 Uhr/live ORF 1). Allerdings sind die milden Temperaturen „eine größere Herausforderung“, wie Obergruber betonte. Es brauche dringend ein paar kühlere Nächte mit leichten Minusgraden, damit die Schanze durchfrieren kann. Ein Depot von 3.000 Kubikmetern mit von Maschinen produziertem Schnee stellt sicher, dass immer genug vorhanden ist. Die Eisspur wird bis zum Bewerb zudem isoliert und gekühlt. Ein Kühlsystem unter der Spur sorgt dafür, dass sogar deutliche Plusgrade kaum Auswirkungen haben.

Hexenkessel in Innsbruck

Der Vorverkauf für das Bergiselspringen läuft sehr gut, „die meisten Sektoren sind ausverkauft“, betonte Obergruber für das dritte Tournee-Event im 28.000 Zuschauer fassenden Stadion. „Endlich haben wir wieder den berühmten Hexenkessel.“ Im vergangenen Jahr musste das Springen auf dem Bergisel aufgrund starken Föhnwindes abgesagt werden, diese Gefahr droht heuer wohl nicht.

ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl sieht angesichts der warmen Temperaturen keine Gefahr für die Sportart Skispringen. „Natürlich hätten wir gerne mehr Schnee und kälter kann es auch gern sein“, sagte er. Aber prinzipiell sehe man, „dass es bei Plusgraden geht.“ Und einen kleinen Vorteil sah der Coach auch noch: „Wir müssen nicht die dicksten Winterschuhe anziehen“, so Widhölzl mit Augenzwinkern.

Neue Vision

Zuletzt hatte Norwegens Cheftrainer Alexander Stöckl mit einer Vision aufhorchen lassen. „Ich glaube, dass es gut ist, wenn wir versuchen, ein Ganzjahresdenken reinzubringen“, erklärte der Tiroler. Weil die Skispringer ihre Saison wegen der Fußball-WM in Katar früher begannen, landeten sie beim Weltcup-Auftakt Anfang November in Polen auf Matten statt auf Schnee. Geht es nach Stöckl, könnte das in Zukunft häufiger passieren. Stöckl warf die Idee in den Raum, weg vom Begriff „Wintersport“ zu kommen und in der Definition eher zum „Extremsport“ zu wandern. „Ich glaube, dass wir eine Extremsportart sind und dass man sie egal wo und egal wie machen kann“, sagte er. Widhölzl betonte, dass es wichtig ist, sich mit Blick auf den Klimawandel und den Nachwuchs über die Zukunft Gedanken zu machen.

„Es ist warm. Aber wir haben keine Angst, dass es kein Springen geben wird.“

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