Odermatt-Show in Adelboden – Feller auf Platz vier

Sport / 07.01.2023 • 18:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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GEPA pictures/ Mathias Mandl

adelboden Marco Odermatt hat seinen Riesentorlauf-Sieg auf dem legendären Chuenisbärgli in Adelboden wiederholt. Der Ski-Weltcup-Gesamtsieger der Vorsaison gewann nach zweimaliger Laufbestzeit mit 0,73 Sekunden Vorsprung auf den Norweger Henrik Kristoffersen und ließ seinen Schweizer Landsmann Loic Meillard mit einem furiosen Finale bereits 1,66 Sek. hinter sich. Manuel Feller (+2,27) war erneut Bester der ÖSV-Techniker, der Tiroler kam am Samstag auf den vierten Platz.

Für Odermatt, der vor zwölf Monaten eine 14 Jahre dauernde Zeit ohne Schweizer Sieg in Adelboden beendet hatte, war es der vierte Sieg im fünften Riesentorlauf dieser Saison. Nur in Alta Badia sorgte Lucas Braathen für eine Ausnahme, indem er das erste Rennen dort gewann. Diesmal schied der Norweger im ersten Durchgang aus. Dazu war der 25-Jährige Odermatt in den jüngsten 14 Rennen in dieser Disziplin – inklusive dem Olympiasieg im Februar – immer unter den Top drei.

Marco Schwarz (+2,56) war als Siebenter zweitbester Österreicher. Stefan Brennsteiner (+3,67) blieb in seinem ersten Rennen als Vater eines kleinen Buben nicht fehlerfrei und klassierte sich als 13., direkt vor seinem Teamkollegen Raphael Haaser (+3,91). Patrick Feurstein (+4,36) wurde 18.

Feller habe seit Alta Badia vor Weihnachten nur insgesamt drei Läufe trainieren können, verriet er. Der Fieberbrunner kämpft immer wieder mit Rückenproblemen, die in andere Regionen des Körpers ausstrahlen. “Es war solide, würde ich sagen”, meinte er nachher. Ob er Odermatt mit einem ganz gesunden Rücken fordern könnte, wollte er nicht beantworten. “Vielleicht wäre ich dann gar nicht da, wo ich bin. Vielleicht hätte ich gar nicht so viel Disziplin gekriegt”, betonte Feller. “Im Allgemeinen braucht es auch die Leute, die nicht nur Rekorde aufstellen. Ich fahre für die, für die es immer wieder einmal ein bisschen zäher geht und die trotzdem weiterkämpfen.”

Für den Slalom am Sonntag (10.30 und 13.30 Uhr/live ORF 1) werde er etwas Therapie machen, viel Zeit bleibe aber durch die vielen Termine vor dem Rennen nicht. “Dann trinke ich noch ein Bier, das tut mir auch gut”, sagte er. Odermatt könne man zu seiner Leistung nur gratulieren. “Heute hat er es herausgefordert, er hat es fast übertrieben. Aber Hut ab!”

Schwarz bekundet, dass er sich momentan “sehr wohl im Riesentorlauf” fühle. Mit Ausnahme von Sölden, wo der Kärntner sich mit dem 13. Rang begnügen hatte müssen, war er nun viermal in Folge in den Top Ten. “Es ist ein guter Schritt gegangen heuer über den Sommer und ich bin gut reingestartet ins Jahr”, ergänzte er. “Im Slalom fühle ich mich aber auch wohl. Der Slalomschwung passt auch zu hundert Prozent.”

Brennsteiner hatte vor drei Tagen die Geburt seines Sohns im Krankenhaus miterlebt. Dem Kind und seiner Lebensgefährtin gehe es gut, berichtete der Salzburger. “Sie sind jetzt im Krankenhaus in Hall, von dort werde ich sie morgen abholen.” Seine Performance im Berner Oberland machte ihn hingegen nur nicht glücklich. “Mein Anspruch ist mittlerweile schon höher. Der erste Lauf war fehlerhaft, trotzdem eigentlich noch halbwegs okay. Jetzt im zweiten bin ich ein bisschen zu viel herumgefahren, vor allem oben weg. Es war einfach insgesamt ein bisschen zu fehlerhaft.”

Haaser freute sich über sein zweites RTL-Ergebnis in diesem Weltcup-Winter, nachdem er in Alta Badia Neunter gewesen war. “Ich habe jetzt ein gutes Vertrauen im Riesentorlauf, es macht mir richtig Spaß. Ich hoffe, dass es so weiter geht”, meinte der Tiroler. Feurstein führte eine fehlende Lockerheit ins Treffen. “Ich glaube, ich bin nach Odi der Konstanteste. Nur er fährt immer auf Eins, ich halt irgendwo um den 20. Platz herum”, sagte der Vorarlberger.

Mit seinem insgesamt 17. Weltcup-Sieg baute Odermatt seine Führung in der Gesamtwertung noch einmal aus. “Ich habe gewusst, Henrik kann ich nicht gewinnen lassen”, erklärte der Nidwalder nach seinem wilden Ritt vor knapp 35.000 Zuschauern. “Marco ist in einer eigenen Liga, wenn es so schnell und gerade ist wie oben im zweiten Lauf”, sagte der angesprochene Kristoffersen. “Bis zum letzten Steilhang habe ich keine Ahnung, wie ich schneller als er fahren kann.” Die Veranstalter hatten davor ganze Arbeit geleistet, um trotz der hohen Temperaturen in den vergangenen Tagen eine kompakte Piste hinzuzaubern.

Odermatt liegt nunmehr exakt 400 Punkte vor dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde, der sich als Neunter überraschend stark in einem Riesentorlauf präsentierte. Bester Österreicher hinter dem drittplatzierten Kristoffersen ist Vincent Kriechmayr als Vierter. Im Nationencup liegt die Schweiz auf Platz eins bereits 958 Punkte vor Österreich.

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