„Eigentlich so wie 1984, nur viel, viel moderner“

Sport / 10.01.2023 • 19:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Über 120 Nachwuchsrodler aus 17 Nationen sind für die Junioren-WM in Bludenz-Hinterplärsch gemeldet.Hartinger
Über 120 Nachwuchsrodler aus 17 Nationen sind für die Junioren-WM in Bludenz-Hinterplärsch gemeldet.Hartinger

Für Langzeitobmann Helmut Tagwerker geht mit der Junioren-WM in Bludenz-Hinterplärsch ein alter Wunsch in Erfüllung.

Bludenz Die Geschichte des Rodelsports in Bludenz ist eng mit der Familie Tagwerker verbunden. Andrea Tagwerker holte bei den olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer Bronze im Einsitzer, wurde zwei Jahre später Weltcup-Gesamtsiegerin und holte vier WM-Goldene und eine Silberne und insgesamt sechs EM-Medaillen. Möglich wurden die Erfolge durch die tatkräftige Unterstützung von Papa Helmut. Der heute 77-Jährige leitet als Obmann seit unglaublichen 58 Jahren die Geschicke des RC Sparkasse Bludenz und war einer der Initiatioren der 2019 realisierten Kunsteisbahn in Hinterplärsch. Wie schon bei der ersten Junioren-WM 1984, damals noch auf der altehrwürdigen Naturbahn, fungiert der Rodel-Guru auch bei der Nachwuchs-WM am Wochenende als OK-Präsident. „Was die Freude betrifft, ist es eigentlich so wie vor 39 Jahren“, betont Tagwerker. „So wie in anderen Lebensbereichen ist alles viel moderner geworden. Früher früher wurden die Protokolle mit einer Schreibmaschine getippt und heute läuft alles elektronisch ab. Wenn ich alle Modernisierungen nennen würde, wäre ich morgen noch nicht fertig.“

Mehrwert für die Region

Tagwerker, der von 1982 bis 2017 mit einer vierjährigen Unterbrechung auch Präsident des Landesverbandes war, gibt offen zu, dass mit dem Bau der neuen Kunsteisbahn und der dadurch möglichen Austragung der Junioren-WM ein langersehnter Wunsch in Erfüllung ging. „Mir ist es bei allen Tätigkeiten nie um persönliche Befindlichkeiten gegangen. Das Wohl und die Möglichkeit, adäquate Trainingsbedingungen für die vielen jungen Sportler in der Region zu schaffen, stand immer im Vordergrund.“

Als wertvollen Nebeneffekt der Schaffung der Trainings- und Wettkampfstätte nennt Tagwerker auch den Mehrwert für die Region. „In den vergangenen zwei Monaten hat der Eiskanal der Region über 10.000 Übernachtungen beschert. Zudem wird der Tourismus in der Nebensaison enorm profitieren.“

Aus organisatorischer Sicht blickt Tagwerker dem Groß­event vor seiner Haustüre optimistisch entgegen. „Wir sind ein eingespieltes und eingeschworenes Team von rund 100 ehrenamtlichen Helfern, die alle an einem Strang ziehen. Nach der Junioren-EM 2022 und dem Skeleton-Weltcup vor wenigen Wochen werden wir alles tun, um auch diesmal wieder ein perfekter Gastgeber zu sein.“ VN-JD

„Wir sind ein eingeschworenes Team, ziehen alle an einem Strang und wollen ein perfekter Gastgeber sein.“

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