Neue Gesichter und neue Ansichten

Sport / 12.01.2023 • 20:26 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
So richtig Gas geben heißt es für die Altach-Spieler. Schon im ersten offiziellen Rasentraining wurden die Kicker gefordert.VN-Stiplovsek/3
So richtig Gas geben heißt es für die Altach-Spieler. Schon im ersten offiziellen Rasentraining wurden die Kicker gefordert.VN-Stiplovsek/3

Altachs Cheftrainer Klose verrät: Ein Abwehrspieler wird gesucht und an Defensivvarianten wird gearbeitet.

Altach Lange hat es gedauert, bis sie alle gemeinsam auf den Platz geschickt wurden. Am Donnerstag war es dann so weit, bei guten Platzverhältnissen. Allein der bissig-kalte Wind sorgte für höchst unterschiedliche Trainingskleidung. Schal und Mützen sowie Handschuhe waren ebenso zu sehen wie kurze Hosen und kurze Stutzen. Sehr zur Verwunderung einiger Fans, die sich am Trainingscampus der Cashpoint Arena eingefunden hatten.

Es war kurz nach 10 Uhr vormittags, als Miroslav Klose (44) seine Schützlinge im Kreis versammelte und nach einer kurz gehaltenen Ansprache auf den Kunstrasenplatz zum Aufwärmen schickte.

Erstmals mit Jungdal

Nicht mit auf dem Platz war Torhüter Jakob Odehnal. Für den 21-Jährigen, der im Herbst durch eine Oberschenkel- und Gesäßmuskulaturverletzung seine kurzfristige Nummer-1-Position verlor, dürfte für das Frühjahr wohl eine Leihe gesucht werden.

Denn mit Andreas Jungdal stand erstmals der vom AC Milan nach Altach gewechselte dänische U-21-Teamgoalie am Platz. Und der 20-Jährige war nach seiner ersten Einheit mit der Mannschaft sehr angetan, auch wenn er danach von einem „Unterschied zu Mailand“ sprach. Jungdal erzählte zudem, dass ihm die Möglichkeiten in Altach imponieren, dass er die Natur hier im Lande schnell lieben gelernt habe und von der Mannschaft sehr gut aufgenommen wurde.

„Ich will auf höchstmöglichem Niveau spielen und ich will mehr Einsatzzeiten“, sagte er zu seinem Wechsel von der Serie A in die österreichische Bundesliga. Aufgewachsen in Vejle, im Westen Dänemarks, hat die nur rund 30 Kilometer entfernte Kleinstadt Billund großen Einfluss auf seine Familie. Billund gilt als Geburtsort der legendären Lego-Steine. Deshalb erklärt sich auch sein Geburtsort Singapur, wo seine Eltern für sechs Jahre lebten und sein Vater für die Firma Lego arbeitete. Die Gespräche mit SCRA-Sportchef Georg Festetics und Coach Klose hätten ihm zudem ein gutes Gefühl vermittelt, weshalb er sich schließlich für Altach entschied. „Sie haben einen guten Plan.“ Im Training mit dabei war neben Jan Jurcec (22) ein zweiter kroatischer Spieler mit demselben Nachnamen. Und wie der Altacher Flügelflitzer, so kommt auch Jurica Jurcec aus der zweiten Liga. Der erst 20-jährige, nur 176 cm große Offensivmann hinterließ bei Klose („Sehr ordentlich“) jedenfalls einen guten Eindruck. Der Coach kann sich den technisch versierten, sehr gewandten Spieler sowohl als Forson-Ersatz als auch als Zehner vorstellen.

Mit Simon Nosa Salami Nelson weilt zudem ein Sturm-Graz-Akteur in Altach. Der 20-Jährige ist gelernter Innenverteidiger und hat mehrere österreichische Nachwuchsnationalteams durchlaufen.

Testspieler und weitere Gespräche

Auf Hochtouren läuft im Hintergrund die Suche nach einem Innenverteidiger, wie sowohl Festetics als auch Klose bestätigen. Natürlich gebe es schon den einen oder anderen Namen, allerdings müsse auch das Budget beachtet werden. Zu Gesprächen in Altach wird Srdjan Spiridonovic erwartet. Der 29-jährige Österreicher mit serbischen Wurzeln könnte laut Festetics auch am Sonntag (14 Uhr) im Test gegen den FC St. Gallen zu Einsatz können. „Es hängt von den Gesprächen ab“, sagt Altachs Sportchef.

Einer, der den Offensivmann bestens kennt ist der Ex-Altacher Benedikt Zech. Der 32-jährige Polen-Legionär befindet sich derzeit mit dem Tabellenvierten Pogon Stettin in der Türkei (Belek) auf Trainingslager und ist voll des Lobes über den Spieler. 2019 war Spiridonovic von Griechenland (Panionios Athen) nach Polen gewechselt, um im der nächsten Saison nach Serbien (Roter Stern Belgrad) zu gehen. „Er kann ein Spiel entscheiden“, erzählt Zech über den aus der Rapid-Jugend stammenden Spieler. „Ein absoluter Individualist, auf und neben dem Platz.“ Auch wenn Altachs erster Testgegner FC St. Gallen schon weiter, weil direkt vor dem Frühjahrsstart, ist, so sind laut Klose doch wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Zumal er in den nächsten Wochen vor allem in defensiver Hinsicht „einige Sachen einstudieren“ möchte.

Einzeltrainings

Für Jan Zwischenbrugger (32) und Felix Strauss (21) ging es nach dem Aufwärmen zum Einzeltraining. Abseits des Hauptplatzes absolvierten die Verteidiger eine eigene Einheit. Weil beide noch über Fußprobleme klagen, wurde bei Ihnen die Intensität zurückgeschraubt.

„Die Gespräche mit Miroslav Klose und Georg Festitics haben mir ein gutes Gefühl gegeben.“

Trainer Miroslav Klose legt schon einmal selbst Hand an.
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Jurica Jurcec absolvierte einen Schnelligkeitstest.
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SCRA-Vize Werner Gunz begrüßt Johannes Wilhelm (r.) als Vertreter im Premium-Segment.VN
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