Schock im Stadion: So geht es Vinzenz Rohrer nach dem harten Check

Sport / 12.01.2023 • 16:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eine Untersuchung verlief positiv, von Vinzenz Rohrer selbst gab es ein Daumen hoch. <span class="copyright">SL</span>
Eine Untersuchung verlief positiv, von Vinzenz Rohrer selbst gab es ein Daumen hoch. SL

Vorarlbergs Eishockey-Jungstar knallte nach Check aufs Eis, war bewusstlos. Im Spital gab es Entwarnung.

Ottawa Glück im Unglück für Vinzenz Rohrer, Vorarlbergs großem Eishockeytalent in Diensten der Ottawa 67‘s. Beim Spiel seines Juniorenteams gegen die Kingston Frontenacs in der Ontario Hockey League kollidierte der 18-Jährige mit einem Gegenspieler, knallte auf das Eis und blieb bewusstlos liegen. Erste Untersuchungen im Spital ergaben aber keine gravierenden Verletzungen, er wurde noch in der Nacht nach Hause entlassen.

Dramatische Szenen

Es waren dramatische Minuten rund um Rohrer im TD Place von Ottawa, der Heimspielstätte der 67‘s. Vor allem für Mutter Ulrike und Freundin Delia, beide derzeit auf Kanada-Besuch bei Vinzenz. Als Folge eines Hüftchecks von Kingstons Verteidiger Thomas Budnick lag Österreichs U-20-Teamkapitän nach einer Spielzeit von 9:29 Minuten bewusstlos auf dem Eis, musste erstversorgt und ins Krankenhaus gebracht werden.

Vinzenz Rohrer erzielte gegen Kingston den Treffer zum 1:0, musste kurz darauf nach einem Check ins Spital. <span class="copyright">ot</span>
Vinzenz Rohrer erzielte gegen Kingston den Treffer zum 1:0, musste kurz darauf nach einem Check ins Spital. ot

„Ich habe heute Früh mit Vinzenz telefoniert, er konnte ganz normal reden. Er kann sich aber an den Vorfall nicht erinnern“, erzählt Papa Stefan Lochbihler. Er war vor dem Fernseher Augenzeuge des Geschehens und ebenso schockiert wie Vinzenz‘ Mutter und Freundin vor Ort. „Vinzenz ist hart auf Rücken und Hinterkopf gefallen, hat gezuckt, das hat nicht gut ausgesehen“, schildert der Vater seine Eindrücke. „Da wusste man nicht was los war. Er wurde aber sehr schnell erstversorgt und war dann ansprechbar.“

Der Schock im Stadion war groß, eine erste Entwarnung gab es in der Kabine nach einer Untersuchung von Teamarzt Dr. Taryn Taylor. „Er war bei Bewusstsein“, erzählt Trainer Dave Cameron der Mannschaft in der Drittelpause, „er konnte alles bewegen und hatte schon wieder ein Lächeln im Gesicht.“ Der 64-jährige Coach, der vor dem Engagement in Ottawa die Vienna Capitals betreute, hatte die Spielerbank verlassen und auf der Tribüne nach Mutter Ulrike gesucht.

Vinzenz Rohrer war Anfang Jänner noch für das U20-Nationalteam im Einsatz. <span class="copyright">APA</span>
Vinzenz Rohrer war Anfang Jänner noch für das U20-Nationalteam im Einsatz. APA

Die Mutter war dann auch dabei, als Vinzenz zur genauen Abklärung ins Spital überstellt wurde. „Eine Computertomografie stellte weder Blutungen, innere Verletzungen noch Knochenbrüche fest“, erzählt Vater Stefan. Weil Vinzenz auch nicht über Kopfweh oder Übelkeit klagte wurde er in häusliche Pflege entlassen.
Rohrer fehlte seiner Mannschaft bereits früh in dieser Saison. Am 9. September, an seinem 18. Geburtstag, wurde er im Training von einem Puck im Gesicht getroffen, mehrere Knochen waren gebrochen. Er kam ohne Operation davon, musste aber einige Runden pausieren und trug bis Mitte Dezember eine Gesichtsmaske.

Ottawa in Führung gebracht

Rohrer, im vergangenen Sommer von den Montreal Canadiens in der dritten Runde gedraft, hatte gegen Kingston nach genau 6:54 Minuten die 1:0-Führung für Ottawa erzielt. Die Mannschaft setzte sich souverän mit 8:1 durch und führt die Tabelle der in der Eastern Conference der Ontario Hockey League, einer von drei kanadischen Ligen, souverän an. Nach den Neuzugängen des 20-jährigen Torjägers Logan Morrison (von Hamilton) sowie von Verteidiger Pavel Mintyukov (19/Saginaw) gelten die 67‘s als erster Kandidat auf den Titel in der OHL und die Teilnahme am Finalturnier der CHL um den Memorial Cup.

„Wir haben zuerst Schlimmes befürchtet. Es war ein ziemlicher Schock, wie er aufs Eis gefallen ist.“<br>Stefan Lochbihler, Vater von Vinzenz Rohrer. <span class="copyright">Lochbihler</span><span class="copyright"></span>
„Wir haben zuerst Schlimmes befürchtet. Es war ein ziemlicher Schock, wie er aufs Eis gefallen ist.“
Stefan Lochbihler, Vater von Vinzenz Rohrer. Lochbihler

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