„Gefühlt wie ein Superstar“

Sport / 13.01.2023 • 19:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Emma Müller spielte bei der Junioren-WM in Finnland hoch konzentriert. WCF/Koskinen
Emma Müller spielte bei der Junioren-WM in Finnland hoch konzentriert. WCF/Koskinen

Die Kleinwalsertalerin Emma Müller feiert bei den EYOF-Winterspielen eine Premiere.

Friaul-Julisch Venetien „Ich kann verstehen, dass Curling auf manche zuerst langweilig wirkt. Das ging mir, als ich den Sport noch nicht gekannt habe, auch so“, erinnert sich Emma Müller. Inzwischen hat sich die Einstellung der 16-Jährigen zum Curling allerdings völlig gedreht, denn Müller wird als erste Vorarlberger Curlerin kommende Woche bei den EYOF-Winterspielen in Italien teilnehmen. Die Kleinwalsertalerin hat vor fünf Jahren mit Curling begonnen, eine Schulkollegin nahm sie damals mit zum Training beim Allgäuer Curlingclub EC Oberstdorf. „Als ich es dann ausprobiert habe, hat es von Anfang an extrem viel Spaß gemacht. Mich fasziniert das Zusammenspiel zwischen körperlicher Aktivität und der Taktik, die entscheidend ist.“

Curling wird nicht umsonst als Schach auf dem Eis bezeichnet. Der eigene Zug ist immer eine Reaktion auf den Stein des Gegners.

Der Wechsel nach Kitzbühel

In Vorarlberg gibt es keinen eigenen Curling-Verein. Müller hatte aber ohnehin in Oberstdorf eine sportliche Heimat gefunden. Aus ihrer Heimatgemeinde Riezlern sind es nur rund 20 Autominuten in die südlichste Gemeinde Deutschlands. Vom Curlingfieber gepackt verfolgte die Teenagerin die Olympischen Spiele 2018 im Fernsehen und drückte dem schwedischen Team um Skip Anna Hasselborg die Daumen. Mit Erfolg, den Skandinaviern gelang in Pyeongchang die Goldmedaille und Müller nahm sich vor, in die Fußstapfen ihres Idols zu treten. Vor drei Jahren klopfte schließlich der österreichische Curling-Verband bei der Kleinwalsertalerin an und fragte, ob sie nicht mit zur Nachwuchs-Weltmeisterschaft fahren möchte, weil im rot-weiß-roten Team kurzfristig ein Platz frei geworden war. „Für mich war das damals eine riesige Chance und Erfahrung“, denkt die 16-Jährige gerne an ihr erstes Großereignis zurück. Der Kontakt zum österreichischen Verband riss anschließend nicht mehr ab, seit dieser Saison spielt Müller für den Kitzbüheler Curling Club, dem traditionell erfolgreichsten und ältesten Curling-Verein in Österreich. In den vergangenen Monaten reiste die talentierte Spielerin unter anderem zur Junioren-WM in Finnland, wo die österreichische Auswahl neben einer knappen Niederlage gegen das Mutterland des Curlings, Schottland, die Mongolei mit 14:1 besiegte.

Ein Duo aus dem Kleinwalsertal

Das EYOF wird der vorläufige Karrierehöhepunkt für die Kleinwalsertalerin. „Wir sind noch ein sehr junges Team, das noch nicht lange zusammen spielt. Deshalb ist unser Ziel, Erfahrung zu sammeln und das Event zu genießen. Wir wollen zusammenwachsen und gutes Curling spielen“, lautet die Devise der 16-Jährigen. Im vierköpfigen Mixed-Team steht mit Luis Heinisch ein weiterer Kleinwalsertaler, der einen ähnlichen Weg wie Müller gemacht hat. Im Allgäu haben die beiden oft zusammen trainiert, da es allerdings wenige Mixed-Turniere im Junioren-Bereich gibt, wird der Auftritt in der Eishalle von Claut eine Premiere für die beiden Landsleute. Ergänzt wird das Team von den beiden Tirolern Leonie Fuchs und Christoph Neumayr.

Einen ersten Vorgeschmack auf die Großveranstaltung gab es für die 16-Jährige in den vergangenen Tagen beim Kick-off-Event in Salzburg. „Es war sehr cool. Bei der Einkleidung haben wir sehr viele Sachen bekommen. Ich habe mich gefühlt wie ein Superstar, der zu den Olympischen Spielen fährt“, freut sich Müller und lacht. VN-EMJ

Luis Heinisch, Emma Müller, Christoph Neumayr und Leonie Fuchs vertreten Österreich beim EYOF in Friaul (v. l.).Gepa
Luis Heinisch, Emma Müller, Christoph Neumayr und Leonie Fuchs vertreten Österreich beim EYOF in Friaul (v. l.).Gepa

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