„Karriereende war nie Thema“

Sport / 15.01.2023 • 22:48 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Dezember 2020 zog sich Tiefenbach den ersten Kreuzbandriss zu.gepa
Im Dezember 2020 zog sich Tiefenbach den ersten Kreuzbandriss zu.gepa

Daniel Tiefenbach feierte nach langem Leidensweg sein Comeback bei Austria Lustenau.

Lustenau Den 8. Februar 2022 wird Daniel Tiefenbach sicher niemals vergessen. Damals musste der erst 22-jährige Mittelfeldspieler der Austria wohl einen der größten Rückschläge in seiner noch jungen Laufbahn hinnehmen. Im Trainingslager im türkischen Belek zog sich Tiefenbach einen Kreuzbandriss im linken Knie zu. Die Crux für Tiefenbach damals: Es war sein zweiter innerhalb von 14 Monaten. Schon am 11. Dezember 2020 erwischte es ihn 21-jährig beim Spiel gegen den Grazer AK. Die Folge war ein langer Kampf zurück auf den Platz. Nur um kurze Zeit später wieder unters Messer und den schweren Gang der Reha noch einmal antreten zu müssen.

„Komplett anderes Gefühl“

Daher ist für Tiefenbach der Samstag, 14. Jänner 2023, ein Datum, das sich in sein Gedächtnis einbrennen wird. Denn im ersten Testspiel der Austria 2023 gegen Illertissen durfte der Sohn des ehemaligen Goalgetters Tamas Tiefenbach 30 Minuten ran. „Der ganze Tag hat sich komplett neu angefühlt. Ich war schon in der Früh motiviert und hab mich total auf den Test gefreut. Als ich dann eingewechselt wurde, habe ich jede Minute genossen“, gibt Tiefenbach Einblicke in seine Gefühlswelt. Jede Minute in der Kabine und auf dem Trainingsplatz sind für den zentralen Mittelfeldspieler Genussmomente: „Rückblickend waren es ja fast zwei Jahre, die ich allein trainiert habe. Als Teamsportler nicht einfach, deshalb freue ich mich enorm, wieder Teil der Truppe zu sein“.

Lehrreiche Zeit

Volles Vertrauen hat Tiefenbach auch wieder in seine beiden Knie, „wobei ich lügen würde, wenn ich nicht daran denke. Aber sobald ich auf dem Platz, stehe rückt das in den Hintergrund und ich bin voll einsatzfähig, verliere keine Gedanken mehr an die Verletzung.“

Die leidvolle Zeit hat ihn geprägt, ans Aufgeben, auch nach dem zweiten Kreuzbandriss, hat er nie gedacht. „Karriereende war nie ein Thema. Die erste Verletzung 2020 traf mich härter, weil sie völlig unerwartet kam. Nach dem zweiten Riss tat ich mir leichter, weil ich wusste, was auf mich zukommt. Dennoch war ich ziemlich angeschlagen, aber Familie und Freunde haben mich aufgefangen und unterstützt“. Genau wie die Austria. Denn Tiefenbachs Vertrag lief im Sommer 2022 aus, doch Sportdirektor Alexander Schneider ließ nicht lange mit einer Vertragsverlängerung bis Sommer 2023 inklusive einer Option auf ein weiteres Jahr auf sich warten. „Das tat richtig gut. Diesen Vertrauensvorschuss will ich unbedingt mit guten Leistungen zurückzahlen“, so der Ungar.

Leicht war die Zeit auf der Tribüne, während seine Kollegen zum Titel und Aufstieg in Bundesliga eilten, keineswegs. „Es hat mich natürlich für alle gefreut. Aber ich war im Zwiespalt, hatte ja nur zwei Einsätze in der Saison. Jetzt bin ich happy, dass ich die Chance auf einen Bundesligaeinsatz habe“, und gibt damit sein großes Ziel preis: „Ich habe mir in den letzten zehn Monaten geschworen, zum Start in das Frühjahr voll konkurrenzfähig und beim ersten Match gegen Salzburg am Platz zu sein. Das hat mich jeden Tag motiviert.“

Daumen hoch: Tiefenbach genoss trotz Niederlage seine Rückkehr.SCA
Daumen hoch: Tiefenbach genoss trotz Niederlage seine Rückkehr.SCA

Fussball

Testspiel

Austria Lustenau – FV Illertissen  1:3 (1:2)

Tor für Austria: Lukas Fridrikas (38.)

Austria Lustenau: Helac – Huginet, Maak (60. Anderson), Küng (60. Koc)- Berger, Surdanovic (60. Tiefenbach), Rhein (60. Grabher), Bellache, Koudoussou – Cheukoua (60. Guenouche), Fridrikas (60. Koc)

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