Heimvorteil als Trumpfkarte

Sport / 16.01.2023 • 20:10 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Volleyballerinnen von Dornbirn und Höchst dominieren in der zweiten ÖVV-Bundesliga.

Dornbirn, Höchst Die Momentaufnahme könnte nicht besser sein: In beeindruckender Manier geben die beiden Vorarlberger Klubs in der Austrian Volley League 2 (AVL 2) der Volleyballerinnen seit Oktober die Schlagzahl vor. Nach zwölf von 16 Begegnungen des Grunddurchgangs haben sowohl der VC Raiffeisen Dornbirn als auch der blum VBC Höchst vorzeitig ihr Ticket für die AVL-Relegationsrunde in der Tasche.

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Während der Liganeuling aus der Rheintalgemeinde bereits jetzt signalisiert hat, sich ab Ende Februar an der Aufstiegsrunde in die höchste nationale Leistungsstufe zu beteiligen, will man bei den Messestädtern in den nächsten Tagen die definitive Entscheidung treffen. Dornbirn-Coach Rene Zell, dessen Team am Wochenende mit dem 3:0-Sieg gegen Seekirchen im letzten Heimspiel des Grunddurchgangs erstmals in dieser Saison die Tabellenführung übernommen hat: „Die Situation ist ja nicht neu für uns. Bereits vor zwei Jahren sind wir vor der selben Situation gestanden und haben uns aufgrund der notwendigen zusätzlichen organisatorischen Belastungen gegen eine Teilnahme entschieden.“

Entscheidung in den nächsten Tagen

Der Professor für Mathematik und Sport am BG Dornbirn macht kein Hehl daraus, dass bei der Entscheidungsfindung zwei Herzen in seiner Brust schlugen: „Aus sportlicher Sicht wäre ein Teilnahme natürlich für das gesamte Team eine Möglichkeit, erste Erfahrungen auf der nächsten Leistungsstufe zu machen. Was die Entscheidung allerdings beeinflusst, ist der Umstand, dass man zunächst die definitiven Bestimmungen genau prüfen muss“, so Zell. „Hier gibt es unterschiedliche Auffassungen des Reglements. Was ist, wenn wir an der AVL-Relegation teilnehmen und dann verpflichtend aufsteigen müssen?“

„Die Entscheidung, ob wir für die AVL-Relegation nennen,
fällt in den nächsten Tagen.“

Rene Zell, Trainer VC Raiffeisen Dornbirn

Aus sportlicher Sicht stuft Zell die weiteren Mannschaften nicht viel höher ein als die beiden Ländle-Klubs: „Purgstall war letzte Saison bei uns in der Liga, und AVL-1-Schlusslicht Hartberg hat in 13 Partien noch keinen Punkt geholt. Auch die beiden möglichen Gegner aus der Südgruppe der AVL 2 sind für mich nicht unschlagbar. Sportlich wäre ein Aufstieg in die ÖVV-Eliteliga reizvoll. Die große Unbekannte sind die zusätzlichen organisatorischen Auflagen. Was dazukommt, ist die personelle Situation. Es macht keinen Sinn, auf sportlicher Ebene den Aufstieg anzustreben und dann im Herbst kein konkurrenzfähiges Team stellen zu können.“

Belohnung für die Spielerinnen

Höchst-Spielertrainerin Claudia Lubetz, die am vergangenen Wochenende ihre letzte Prüfung zur Volleyballinstruktorin erfolgreich abgelegt hat, bezeichnet die Teilnahme an der AVL-Relegation als eine Belohnung der besonderen Art für die Spielerinnen: „Dass wir als Aufsteiger in der ersten Saison in so einer souveränen Art an der Tabellenspitze mitmischen, war nicht zu erwarten. Die Mädels haben in den letzten Monaten tollen Einsatz gezeigt, und die Spiele in der Relegation sind nun der verdiente Lohn. Da der Großteil meiner Mädels aber noch viel zu jung ist, rechnen wir nicht damit, dass sich dieser Höhenflug fortsetzt. Doch wir haben die Teilnahme auf sportlicher Ebene erarbeitet und wollen den Spielerinnen die Möglichkeit geben, erste Erfahrungen auf der nächsthöheren Stufe zu machen. Ein Aufstieg in die AVL 1 ist für uns kein Thema.“

Keine Chance auf den Meistertitel

Ein bitterer Beigeschmack des Höhenfluges der Ländle-Klubs ist der Umstand, dass man mit der Teilnahme an der AVL-Relegation die Chance verliert, Meister in der AVL 2 zu werden: „Ich weiß nicht, woher die Entscheidung kommt, den Sieger der AVL-2-Meisterrunde (Anm.: Ränge drei bis sechs) zu ,belohnen‘. Fairer aus meiner Sicht wäre, den AVL-2-Titel an das besser klassierte Team in der Relegation zu vergeben“, so Lubetz.

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