„Hätte gerne weitergespielt“

Sport / 17.01.2023 • 22:50 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Hitze am Centercourt machte der Estin Anett Kontaveit sichtlich zu schaffen.afp
Die Hitze am Centercourt machte der Estin Anett Kontaveit sichtlich zu schaffen.afp

Hitze war für Julia Grabher bei ihrem Grand-Slam-Debüt weniger Problem als Nervosität.

Melbourne Julia Grabher hat ihr Debüt bei einem Tennis-Grand-Slam-Turnier verloren. Die 26-Jährige unterlag in der ersten Runde der Australian Open im ersten Tour-Duell mit der als Nummer 16 gesetzten Estin Anett Kontaveit 2:6, 3:6. Die auf einem Außenplatz aus getragene Partie war wegen großer Hitze für rund drei Stunden beim Stand von 1:1 unterbrochen worden. Da auch Dominic Thiem ausschied, ist Österreich im Einzel nicht mehr vertreten.

Lernphase

„Ich habe teilweise echt gut gespielt, es aber nicht geschafft, über das ganze Match hindurch gut zu servieren und zu retournieren“, resümierte die 26-Jährige. Deshalb falle die Bilanz bei der Major-Premiere auch „durchwachsen“ aus. „Dass es mir nicht gelingt, konstant gut zu spielen, ist noch der Riesenunterschied zu den Spielerinnen auf ihrem Niveau. Da heißt es in den nächsten Monaten daran arbeiten, dass ich das Level konstant spielen kann.“

Der Sieg in der ersten Auckland-Runde bleibt damit vorerst ihr einziger in der laufenden Saison. Vor Melbourne hatte sie in der Quali von Hobart nicht reüssieren können. Ihren nächsten Fix-Auftritt hat die Nummer 85 der Welt, die ihre Saisonvorbereitung auf Teneriffa absolviert hatte, beim Heimturnier Upper Austria Ladies in Linz, ab 6. Februar. „Linz auf jeden Fall, ob ich zuvor noch was anderes spiele, muss ich erst schauen“, hielt sich Grabher alles offen. Das Event in Oberösterreich fand 2022 nicht statt, im Jahr davor war Grabher in der ersten Runde an der Französin Alize Cornet in zwei Sätzen gescheitert.

Bei ihrem ersten Auftritt im Hauptbewerb der Australian Open spielte auch die Nervosität eine Rolle. „Das erste Match war natürlich was Besonderes. Ich habe mein ganzes Leben dafür trainiert, dass ich in einem Grand-Slam-Hauptbewerb spielen kann. Ich war ein bisschen nervös und angespannt. Ich habe zwar versucht zu denken, es ist ein normales Match, das ich schon 100 Mal gespielt habe, das ist mir aber nicht ganz gelungen“, gab die Dornbirnerin zu.

Acht Spiele in Folge verloren

Grabher fand in ihrem ersten Return-Game eine Breakchance vor, vergab diese, ehe bei 1:1 das Spiel vorerst gestoppt wurde. „Ich bin gut gestartet und mit der Hitze eigentlich recht gut klargekommen, mir hätte es sicher nichts ausgemacht, weiter zu spielen“, sagte die Rechtshänderin. Nach der Wiederaufnahme hielt sie zumindest vorerst noch mit der favorisierten Kontaveit mit. Der gelang dann in einem umkämpften Game das 4:2 und damit der entscheidende Bonus.

Grabhers Widerstand war gebrochen, sie verlor acht Spiele in Folge. „Ich hatte kein Percentage mehr beim ersten Aufschlag, meinen zweiten hat sie immer richtig attackiert, ich habe daher im Prinzip jeden Punkt in der Defensive gestartet“, verlautete Grabher. Erst bei 0:4 im zweiten Satz schrieb Österreichs Nummer eins wieder an. „Da habe ich angefangen besser zu retournieren, den Aufschlag besser zu lesen und gesehen, dass das Match viel offener sein kann. Es ist megaschade, dass es bis 0:4 gedauert hat, bis ich im Match drinnen war“, so Grabher. Die Wende gelang trotzdem nicht mehr. Die Baltin – im Juni 2022 Weltranglisten-Zweite – kassierte zwar noch ein Rebreak zum 2:4, servierte dann aber nach 71 Minuten recht locker aus.

Im Männer-Doppel steigen Österreichs Vertreter erst ins Turnier ein. Der Dornbirner Philipp Oswald (36) tritt dabei mit dem Argentinier Guillermo Duran gegen die Australier Max Purcell/Jordan Thompson an.

„Unterm Strich bin richtig sauer, ich habe nicht das auf den Platz gebracht, was ich draufhabe und mir vorgenommen habe.“

In der Hitze von Melbourne war Julia Grabher mit ihrer Leistung nicht zufrieden, dabei hatte sie mit den Temperaturen nicht einmal so hart zu kämpfen.afp
In der Hitze von Melbourne war Julia Grabher mit ihrer Leistung nicht zufrieden, dabei hatte sie mit den Temperaturen nicht einmal so hart zu kämpfen.afp
„Hätte gerne weitergespielt“

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