Dramen um Feller und Strolz

Sport / 22.01.2023 • 20:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach 2020 feierte Daniel Yule seinen zweiten Sieg am Ganslernhang.GEPA
Nach 2020 feierte Daniel Yule seinen zweiten Sieg am Ganslernhang.GEPA

ÖSV-Slalomasse sahen in Kitzbühel das Ziel nicht – Yule fuhr von Platz sieben zum Sieg.

Kitzbühel Manuel Feller hat den Heimsieg in Kitzbühel verpasst und einen bitteren Moment erlebt. Der Tiroler ging als Slalom-Halbzeitführender mit fast neun Zehntelsekunden Vorsprung auf die Strecke, fädelte jedoch noch vor der ersten Zwischenzeit ein. So ging der Sieg an den Schweizer Daniel Yule, der vor 20.000 Zuschauern Vorjahressieger Dave Ryding aus Großbritannien und den Norweger Lucas Braathen auf die weiteren Plätze verwies. Adrian Pertl wurde Neunter, Fabio Gstrein Zehnter.

„Liebesgeschichte mit Kitz“

Yule sprang in der Entscheidung vom siebten Platz ganz nach vorne. „Irgendwie ist es eine Liebesgeschichte mit Kitz“, sagte der Schweizer im ORF-Interview. Bereits 2020 hatte er den Slalom auf dem Ganslernhang für sich entschieden. „Hier zweimal zu gewinnen, ist einfach unglaublich“, ergänzte Yule, der nicht mehr mit Platz eins gerechnet hätte. „Es tut mir wirklich leid für Felli. Er ist gut drauf und attackiert immer.“ Der 29-Jährige hatte in dieser Saison schon in Madonna di Campiglio gewonnen.

Feller zeigte sich in einer ersten Reaktion gefasst. „Das ist im Slalom halt so, dass es das Einfädeln gibt. Das gibt es in keiner anderen Disziplin. Das ist den Besten schon passiert“, meinte er nach seinem Missgeschick in einer Haarnadel-Kombination. „Ich kann mir nichts vorwerfen, habe eigentlich ein gutes Gefühl gehabt. Es ist einfach schnell gegangen.“ Der 30-Jährige ist in Fieberbrun, knapp zehn Kilometer Luftlinie von Kitzbühel entfernt, zu Hause. Einen Heimsieg hier hatte er mehrfach als eines der größten Ziele in seiner Karriere beschrieben. „Ich habe es probiert. Ich weiß nicht, ob ich noch einmal mit so einer Form da herkomme.“ Für das Publikum tue es ihm besonders leid. „Jeder ist voller Euphorie, dann sehen sie mich nicht einmal über die erste Kuppe kommen.“

Er verspüre eine Leere, es werde einen Tag dauern, bis er das verdaut habe. „Aber das geht bei mir relativ schnell. Ich blicke nach vorne, es stehen zwei coole Rennen vor der Tür, auf die freue ich mich. Ich werde voll drauflosfahren, in Schladming gilt volle Attacke.“

Pertl war ob seines zweiten Top-Ten-Resultats in seinem Comeback-Winter – Neunter war er bereits in Madonna gewesen – nicht unzufrieden. „Im ersten wäre vielleicht noch ein bissl was möglich gewesen, im zweiten hätte ich schon gern Grün aufleuchten sehen“, sagte der Kärntner. „Ein paar Zehntel fehlen, aber es ist ein sehr gutes Ergebnis.“

Ähnlich analysierte Gstrein die Situation. „Die Leistung geht sicher besser, aber ich bin froh, dass ich wieder ein Ergebnis habe“, betonte der 25-Jährige.

„Es tut brutal weh“

Für Strolz war es im sechsten Saison-Slalom der fünfte Ausfall. „Es tut brutal weh. Das Rennfahrerherz blutet“, so der Warther, der dennoch guter Dinge ist. „Wenn ich fahre, was ich kann und was möglich wäre, mache ich mir keine Sorgen.“ Das WM-Ticket hat der 30-Jährige vor den zwei davor noch ausständigen Slaloms quasi in der Tasche. In der Kombination gilt der Peking-Olympiasieger als Medaillenanwärter.

„Wenn ich fahre, was ich kann und was möglich wäre, mache ich mir keine Sorgen.“

Im sechsten Saisonslalom schied Johannes Strolz zum fünften Mal aus.GEPA
Im sechsten Saisonslalom schied Johannes Strolz zum fünften Mal aus.GEPA
Als Halbzeitführender ausgeschieden: Manuel Feller. GEPA
Als Halbzeitführender ausgeschieden: Manuel Feller. GEPA

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