Djokovic schmerzfrei und brillant

Sport / 23.01.2023 • 22:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Novak Djokovic ist bei den Australian Open seit 25 Spielen ohne Niederlage.AP
Novak Djokovic ist bei den Australian Open seit 25 Spielen ohne Niederlage.AP

Turnierfavorit lässt im Achtelfinale gegen de Minaur die Muskeln spielen.

Melbourne Die Leichtigkeit ist zurück, der Oberschenkel hält: Mit einer Machtdemonstration hat Tennisstar Novak Djokovic Zweifel an seiner Fitness vorerst beendet und das Viertelfinale der Australian Open erreicht. Der 35 Jahre alte Serbe deklassierte in einer höchst einseitigen Achtelfinalpartie den überforderten Australier Alex de Minaur und setzte sich nach 2:06 Stunden locker mit 6:2, 6:1, 6:2 durch.

Anders als in den zwei Runden zuvor bereitete Djokovic der linke Oberschenkel keine Probleme, seiner Rekordmission scheint daher kaum noch etwas im Wege zu stehen. „Ich habe heute überhaupt nichts gespürt, es war großartig“, sagte Djokovic hinterher sichtlich erleichtert. Er nehme „eine Menge“ Schmerztabletten in diesen Tagen, „das ist nicht ideal“ – aber es scheint zu helfen: „Alles in allem war das ein perfektes Match für mich .“

Auch Boris Becker war beeindruckt. „Er hat eine Schippe draufgelegt“, sagte er über seinen Ex-Schützling: „Die Frage war: Wie geht es seinem Oberschenkel? Die Antwort hat er selbst gegeben: Gut genug, um das Turnier auch zu gewinnen.“ Das sei „die wichtigste Botschaft“.

Der TV-Experte hat das Verhalten Djokovics in den Matches zuvor, als er Behandlungspausen eingefordert und sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf den Platz fallen gelassen hatte, irritiert: „Manchmal hat man den Eindruck, dass er blufft. Man hat den Eindruck, er kann das Match nicht beenden. Es ist irgendwie zwischen Himmel und Hölle und schwierig für Gegner, sich darauf einzustellen.“

Wegen dieser Blessur und der bis dahin starken Leistung des an Nummer 22 gesetzten de Minaur hatten die australischen Fans auf eine Überraschung gehofft – doch diese Hoffnung legte sich in der Rod Laver Arena schnell. Djokovic war hellwach, körperlich auf der Höhe und in nahezu allen Belangen überlegen. „Ich kann nicht sagen, dass es mir leid tut, dass ihr kein längeres Match gesehen habt“, sagte Djokovic an die Fans gerichtet.

De Minaur fehlte die Qualität für einen Coup gegen den Turnierfavoriten, der nur noch drei Siege vom 22. Grand-Slam-Turniersieg entfernt ist. Damit würde Djokovic im Finale am 29. Jänner mit Rekordhalter Rafael Nadal gleichziehen. „Das ist sein Lebenstraum“, weiß Becker.

Gegen Rublev im Viertelfinale

Am Mittwoch kämpft der bei den Australian Open seit 25 Spielen unbesiegte Djokovic zunächst gegen den Russen Andrei Rublev um das Halbfinalticket. Der 25-Jährige hatte in einem packenden Fünf-Satz-Krimi gegen Dänemarks Jungstar Holger Rune (19) das fast schon sichere Aus mehrfach abgewendet und nach 3:37 Stunden mit 6:3, 3:6, 6:3, 4:6, 7:6 (11:9) dank eines glücklichen Netzrollers beim Matchball gewonnen. „Das ist keine Achterbahnfahrt, das ist, als ob dir einer eine Waffe an den Kopf hält. Achterbahnfahren ist leichter“, sagte Rublev, der nun auch gegen seinen persönlichen Fluch ankämpft: Alle seine bisherigen sechs Grand-Slam-Viertelfinalspiele hat er verloren.

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