Ende einer schwierigen Partnerschaft

Sport / 23.01.2023 • 22:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bei der Zusammenarbeit von Katharina Liensberger mit Livio Magoni ging es in die falsche Richtung.gepa, ROS
Bei der Zusammenarbeit von Katharina Liensberger mit Livio Magoni ging es in die falsche Richtung.gepa, ROS

Wege von Katharina Liensberger und Livio Magoni trennen sich.

Kronplatz Sprachbarrieren, atmosphärische Störungen, unterschiedliche Auffassungen im Training und vor allem die mangelnde Weiterentwicklung. Das sind die Gründe, warum sich die Wege von Alpinski-Ass Katharina Liensberger und Startrainer Livio Magoni trennen. „Es hat natürlich Missverständnisse, Unklarheiten, Schwierigkeiten in der Kommunikation gegeben. Aber Fakt war eigentlich, dass die gemeinsamen Ziele doch vorhanden waren“, sagte Liensberger im ORF-Interview. „Es tut mir sehr leid, dass wir die nicht gemeinsam verfolgen können. Es war auch für mich extrem überraschend und unerwartet.“

Stress, weil Ergebnisse fehlen

Angeblich hat Magoni (59) die Zusammenarbeit mit dem Skiverband von sich aus beendet. Die 25-Jährige aus Göfis, die in den vergangenen Wochen offen über die schwierige Partnerschaft gesprochen hatte, sah die Trennung laut Eigenaussage nicht kommen. Magoni, der schon Tina Maze und Petra Vlhova den Weg zu Weltcup-Gesamtsiegen bereitet hat, betreute Liensberger seit April. Doch in der laufenden Saison gelang es ihr bei Weitem nicht an die zuvor gezeigte Leistungen anzuschließen. Nach 13 Rennen ist Liensberger heuer noch ohne Stockerlplatz, in den jüngsten zehn Rennen fuhr sie nur einmal in die Top Ten.

Die fehlenden Ergebnisse hätten Stress erzeugt, sagte Thomas Trinker, der Frauen-Rennsportleiter im ÖSV. „Wir sind eine Leistungsgesellschaft, vor allem im Sport geht es ums Abliefern. Da ist zu wenig gekommen. Das hat, glaube ich, den Livio frustriert und dazu getrieben.“ Neben Kommunikationsproblemen hakte es an unterschiedlichen Auffassungen in Bezug auf Skitechnik- und -Training. Magoni habe „sein Programm nicht ganz so durchziehen“ können wie gewünscht, gab auch Trinker Einblick.

Schon als Alpinchef Herbert Mandl den Königstransfer präsentierte, fragten sich viele Beobachter: Fügen sich die bekannt raue Arbeitsweise des Italieners und Liensbergers sonniges Gemüt zu einer erfolgreichen Symbiose zusammen? Kann die Gefühlsskifahrerin mit einem Trainer, dem medial der Beiname „Felix Magath des Skisports“ verpasst wurde? Liensberger beantwortete die Frage, ob die beiden Zugänge zu unterschiedlich seien, mit einem knappen, aber vielsagenden: „Womöglich.“

Magoni selbst erklärte in einer Verbandsaussendung: „Es war nicht geplant, dass unser gemeinsamer Weg aufgrund von technischen, logistischen und organisatorischen Missverständnissen vorzeitig endet.“ Er bedankte sich für das von der sportlichen Leitung entgegengebrachte Vertrauen und bedaure es sehr, die Erwartungen in der Zusammenarbeit mit Liensberger nicht erfüllt zu haben.

Die VSV-Läuferin wird nun wieder voll ins Technikteam unter der Leitung von Gruppentrainer Georg Harzl integriert. Sie „vertraue darauf, dass ich in der ÖSV-Technik-Mannschaft gut trainieren kann. Ich nehme die neue Herausforderung des Trainerwechsels an“, meinte Liensberger.

Mehr Eigenverantwortung

„Sie war immer nahe an den Kolleginnen, aber jetzt ein bisschen näher“, ergänzte Trinker. Das ständige Begleiten durch Magoni falle nunmehr weg. „Sie muss jetzt wieder mehr Eigenverantwortung übernehmen, und ich finde, dass das ganz gut ist.“ Die nächsten Weltcup-Rennen stehen schon heute und morgen mit dem Riesentorlauf-Doppel am Kronplatz auf dem Programm.

„Es tut mir leid, dass wir die Ziele nicht gemeinsam verfolgen können.“

Auf einen entspannten Start folgten Spannungen.
Auf einen entspannten Start folgten Spannungen.
Liensberger mit Service­mann Milos Machytka (l.) und Magoni.
Liensberger mit Service­mann Milos Machytka (l.) und Magoni.

Ski-weltcup

So geht es weiter

Heute

1. Damen-RTL Kronplatz 10.30/13.30 Uhr

ÖSV-Team: Liensberger, Kappaurer, Astner, Brunner, Gritsch, Haaser, Mörzinger, Scheib, Siebenhofer, Truppe

Herrenslalom Schladming 17.45/20.45 Uhr

ÖSV-Team: Strolz, Feller, Gstrein, Matt, Pertl, Raschner, Rueland, Schwarz

Mittwoch

2. Damen-RTL Kronplatz 10.30/13.30 Uhr

Herren-RTL Schladming 17.45/20.45 Uhr

Samstag

1. Damenslalom Spindlermühle 9.30/1230 Uhr

1. Herren-Super-G Cortina 11.10 Uhr

Sonntag

2. Damenslalom Spindlermühle 9.15/12.15 Uhr

2. Herren-Super-G Cortina 10.15 Uhr

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