Katharina Rhomberg und Cuma grandios

Sport / 23.01.2023 • 19:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Dornbirnerin Katharina Rhomberg mit ihrem elfjährigen Westfalenwallach Cuma auf der Ehrenrunde als beste Reiterin beim CSIO5*-Nationenpreis in Abu Dhabi. <span class="copyright">Privat</span>
Die Dornbirnerin Katharina Rhomberg mit ihrem elfjährigen Westfalenwallach Cuma auf der Ehrenrunde als beste Reiterin beim CSIO5*-Nationenpreis in Abu Dhabi. Privat

Dornbirner Springreiterin triumphiert mit OEPS-Equipe bei Fünf-Sterne-Nationenpreis in Abu Dhabi.

Abu Dhabi Österreichs Springreiterequipe darf sich über einen Saisonstart nach Maß freuen. Nicht die hochdekorierten Equipen von Großbritannien, Irland oder aus Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Syrien, sondern das OEPS-Quartett mit der Dornbirnerin Katharina Rhomberg (31), dem Tiroler Christoph Obernauer (36), Gerfried Puck (50) aus Salzburg und der Burgenländerin Bianca Babanitz (36) holte sich den Sieg beim Fünf-Stern-Nationenpreis (CSIO5*) in Abu Dhabi mit 15 Sprüngen über zwölf Hindernissen mit einer Höhe über 1,60 m. „Unfassbar, einfach genial“, frohlockte Katharina Rhomberg nach dem größten Erfolg ihrer Karriere.

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Als einzige Reiterin blieb die Amazone der Campagnerreitervereinigung (CRV) Dornbirn mit ihrem elfjährigen Westfalenwallach und Comme-il-faut-Sohn Cuma in beiden Umläufen fehlerfrei. „Ich bin überglücklich über meine Leistung, die meines Pferdes und des gesamten Teams. Es waren zwei richtig schwere Runden mit Hindernissen und vielen technischen Herausforderungen. Die Konkurrenz war hochkarätig und die gesamte Equipe kann berechtigt stolz sein.“

Katharina Rhomberg blieb in beiden Umläufen ohne Fehler. <span class="copyright">Privat</span>
Katharina Rhomberg blieb in beiden Umläufen ohne Fehler. Privat

Preisgeld und Bonus

Für ihre Leistung erhielt Rhomberg ein Bonuspreisgeld von umgerechnet 46.200 Euro. Dazu kommen der aliquote Anteil am Gesamtpreisgeld von 66.000 Euro.
Nach jeweils zwei Umläufen von jedem Reiter, bei dem die besten drei Leistungen pro Durchgang gewertet wurden, hatten Österreich und Großbritannien jeweils vier Fehlerpunkte auf dem Konto und es kam zum Showdown im Stechen mit je einem Reiter. Der Tiroler Obernauer legte in 33,68 Sekunden eine fehlerfreie Runde vor und als der britische Schlussreiter Joe Whitaker beim letzten Hindernis eine Stange abwarf, brandete bei Rhomberg und Co. grenzenloser Jubel auf. Der Sieg wäre aber auch ohne Fehler an Österreich gegangen, da Whitaker mit 34,69 Sekunden ohnehin langsamer war. „Natürlich wäre ich gerne das Jump-off geritten. Doch wie sich herausstellte, war es die richtige Wahl. Ich war die vorletzte Reiterin bei uns und ,Obis‘-Pferd war ein bisschen frischer und schneller als Cuma“, beschreibt Rhomberg das Szenario vor dem Stecher.

„So ein Prestigeerfolg auf höchstem Niveau

gibt allen Auftrieb für den Rest der Saison.“

Katharina Rhomberg

Rang drei ging an Vorjahrsieger Irland (16 Fehler), dahinter folgten Saudi-Arabien (22), die VAE (40) und Syrien (94).

Das OEPS-Siegerteam (v. l.): Christoph Obernauer, Katharina Rhomberg, Gerfried Puck und Bianca Babanitz. <span class="copyright">Privat</span>
Das OEPS-Siegerteam (v. l.): Christoph Obernauer, Katharina Rhomberg, Gerfried Puck und Bianca Babanitz. Privat

Der verheißungsvolle Auftakt nährt die Hoffnungen, dass die hochgesteckten rot-weiß-roten Ziele in dieser Saison durchaus realistisch erscheinen. Da Österreich bei der Weltmeisterschaft 2022 in Herning als Zwölfter das direkte Olympiaticket verpasst hat und auch über den Nationenpreis eine Qualifikation unrealistisch ist, hofft man auf einen der drei im Rahmen der Europameisterschaft vom 29. August bis 3. September in Mailand für die olympischen Sommerspiele 2024 in Paris zu ergattern. „Wir haben seit einigen Jahren immer zwei, drei gute Reiter-Pferd-Paare. So breit wie jetzt waren wir aber noch nie aufgestellt“, erklärt Routinier Puck, der in Abu Dhabi auch als Teamchef fungierte und Rhomberg ergänzte: „Es war genau die richtige Entscheidung, dass wir die Einladung in die Emirate angenommen haben. Die gesamte Equipe hat ein Weltklasseleistung abgeliefert. So ein Prestigeerfolg auf höchstem Niveau gibt allen Auftrieb für den Rest der Saison.“

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Zeitaufwendiger Transport

Viel Zeit blieb aber nicht, um den ersten OEPS-Erfolg bei einem Fünf-Stern-Nationenpreis nach 2018 in Budapest, damals mit Rhombergs Bruder Christian (33), auszukosten. Unmittelbar nach der Siegerehrung mussten die Pferde für den Flug nach Amsterdam verladen werden. „So ein Tiertransport ist eine stressige Angelegenheit. Im Gegensatz zu uns Reitern muss bei Pferden vor und nach jedem Flug ein Ruhezeit eingerechnet werden“, erklärt Rhomberg. „Ich habe Cuma gerade in Amsterdam übernommen und ihn in eine Box verfrachtet. Nach einer dreistündigen Ruhezeit kommt ein Tierarzt und kontrolliert, ob das Pferd bereit ist für den Weitertransport. Erst dann darf die Verladung in den LKW erfolgen“, erklärt Rhomberg. „Auf der zehnstündigen Autofahrt muss man auch öfter nachprüfen, ob alles in Ordnung ist.“

Während die Reiterin mit anderen Pferden im Februar die nächsten Turniereinsätze plant, erhält Cuma eine wohlverdiente Pause zu Hause im Stall in Dornbirn.

Reiten Pferde Springreiten
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