Nach Wintereinbruch ist es so kalt wie Ende Februar

Wetter / 05.05.2019 • 11:30 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Schnee im Mai: Emma aus Nüziders hilft ihrem Papa, damit die Windschutzscheibe wieder frei von Schnee ist. vn/lerch
Schnee im Mai: Emma aus Nüziders hilft ihrem Papa, damit die Windschutzscheibe wieder frei von Schnee ist. vn/lerch

Eine prognostizierte Kaltfront hat in der Nacht auf Sonntag Österreich erreicht und zum Teil bis in tiefe Lagen Schnee gebracht. So war in der Früh die Stadt Salzburg leicht „angezuckert“. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) wies auf die für Mai ungewöhnlichen Temperaturen hin: So kalt ist es sonst Ende Februar. Aufrecht blieb die Schneewarnung.

Einige Täler präsentierten sich sogar tief verschneit. So wurden Sonntag in der Früh zum Beispiel an der ZAMG-Wetterstation in St. Johann im Pongau (Salzburg, 634 Meter Seehöhe) sechs Zentimeter Neuschnee gemessen, in Reutte (Tirol, 850 Meter) waren es 16 Zentimeter. Am Sonnblick-Observatorium der Zentralanstalt, auf 3.100 Meter Seehöhe in den Hohen Tauern, fielen von Samstag bis Sonntagfrüh 55 Zentimeter Schnee.

Nachmittagstemperaturen am Sonntag zwischen zwei und zehn Grad sind um rund zehn Grad zu kalt für Anfang Mai. In Bregenz und Innsbruck wurden für Sonntagnachmittag maximal vier oder fünf Grad erwartet. Die niedrigste jemals in Bregenz zu dieser Zeit gemessene Höchsttemperatur ist 3,7 Grad (am 7. Mai 1957) und in Innsbruck 3,6 Grad (1. Mai 1945).

Die Schneewarnung der ZAMG blieb aufrecht. Auf höher gelegenen Straßen musste man am Sonntag mit winterlichen Fahrbedingungen rechnen. Außerdem könnten unter der Last des feuchten Schnees Äste abbrechen und Bäume umstürzen und für Probleme auf Straßen, Schienen und bei Stromleitungen sorgen. In zahlreichen Gegenden der Alpenrepublik wurde die Schneekettenpflicht ausgerufen.

Nach dem Wintereinbruch beruhigt sich das Wetter ab Montag zwar, aber mit Frühlingstemperaturen darf man dennoch nicht rechnen. Der Mai zeigt sich weiter von seiner unbeständigen und kühlen Seite, so die Prognose. Am Montag halten sich sowohl in den Nordstaulagen der Alpen als auch ganz im Südosten Österreichs umfangreiche Wolken bis weit in den Tag hinein. Die Niederschlagstätigkeit klingt in diesen Regionen nur langsam ab. Die Schneefallgrenze steigt erst am Nachmittag verbreitet über 1.000 Meter Seehöhe, in der Früh bewegt sie sich meist noch zwischen 600 und 900 Metern.

Die Sonne kommt zu Wochenbeginn am ehesten in Osttirol, im Laufe des Tages dann voraussichtlich auch in Vorarlberg zum Vorschein. Sonst bleibt es eher stark bewölkt. Der Wind bläst vor allem am Alpenostrand sowie im Bereich der Hohen und Niederen Tauern abermals lebhaft bis kräftig aus nördlichen Richtungen. In Westösterreich lässt der Wind allmählich deutlich nach. Die Frühtemperaturen liegen bei minus zwei bis plus sechs Grad, die Tageshöchstwerte nur fünf bis zwölf Grad.

Nach einem zumeist recht freundlichen Morgen machen sich am Dienstag tagsüber vor allem in der Nordhälfte vorübergehend deutlich mehr Wolken bemerkbar, es bleibt aber weitgehend trocken. In vielen Regionen darf somit zumindest zeitweise mit Sonnenschein gerechnet werden. Am Alpenostrand weht zunächst noch mäßiger bis lebhafter Nordwestwind, am Nachmittag ist es dann verbreitet eher schwach windig. In der Nacht und in der Früh besteht in windgeschützten „Aufklarungsgebieten“ hohe Frostgefahr. Auf Frühtemperaturen von minus vier bis plus sechs Grad, folgen Tageshöchsttemperaturen von neun bis 16 Grad.

Von Westen breiten sich am Mittwoch im Tagesverlauf dichte Wolken auf nahezu alle Landesteile aus. Am längsten sonnig bleibt es im Südosten und Osten. Bis zum Abend setzt von Vorarlberg bis Oberösterreich, bis in die westliche Steiermark sowie bis nach Oberkärnten Regen ein. Die Schneefallgrenze liegt vorerst um 2.000 Meter Seehöhe. Der Wind weht mäßig bis lebhaft aus Ost bis Südwest. Minus ein bis plus sieben Grad kalt wird es in der Früh, leichter Morgenfrost ist vor allem im Süden und Südosten möglich. 13 bis 21 Grad zeigt das Thermometer maximal am Tag.

Am Donnerstag präsentiert sich das Wetter wieder von seiner unbeständigen Seite. Aus dichten Wolken regnet es häufig bei einer Schneefallgrenze zwischen 1.400 und 1.900 Metern. Während der Nachmittagsstunden steigen zwar die Chancen auf zumindest kurze sonnige Aufhellungen. Bis zum Abend muss aber weiter mit Regen gerechnet werden. Öfters zeigt sich mit Nordföhn die Sonne lediglich im Süden. Generell kommt der Wind im Tagesverlauf zunehmend aus West bis Nordwest. Zuvor weht er schwach bis mäßig aus Ost bis Südwest. Die Temperaturen erreichen in der Früh drei bis elf Grad, tagsüber zwölf bis 19 Grad.

Am Freitag gibt es in nahezu allen Landesteilen den ganzen Tag über einen Mix aus Sonnenschein und dichten Wolken. Diese bringen außerdem immer wieder Regenschauer. Die meisten sind während der Vormittagsstunden nördlich des Alpenhauptkammes zu erwarten. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 1.500 und 2.000 Metern. Die vorherrschende Windrichtung ist West bis Nordwest. Aus ihr weht der Wind mäßig bis lebhaft, im Süden deutlich schwächer. Am Tag sind immerhin schon Temperaturen von bis zu 20 Grad möglich (in manchen Landesteilen nur bis 13 Grad), in der Früh hat es drei bis zwölf Grad.