Nach Bootsunglück in Budapest weiter Suche nach Vermissten

01.06.2019 • 13:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Drei Tage nach dem Bootsunglück auf der Donau in Budapest mit mindestens sieben Toten wollen die Helfer ihre Suche nach den 21 Vermissten ausdehnen. Da es sich bei den meisten Opfern um südkoreanische Touristen handelte, unterstützten Spezialisten von Marine und nationaler Feuerwehr aus Südkorea die Rettungsaktionen der ungarischen Behörden. Weiters standen zehn Cobra-Taucher in Budapest bereit.

Am Samstag war geplant, die Suche an der Oberfläche der Donau auf einer Strecke von bis zu 50 Kilometern flussabwärts fortzusetzen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungsbeamte. Ungarns Behörden arbeiten auch mit Serbien zusammen, weil nicht ausgeschlossen werde, dass Leichen bis in das Nachbarland treiben könnten.

Zu dem Unglück war es am Mittwochabend gekommen, als das kleine Ausflugsschiff „Hableany“ („Nixe“) mit dem wesentlich größeren Flusskreuzfahrtschiff „Viking Sigyn“ zusammenstieß.

Die Suche an der Oberfläche wollten die südkoreanischen Teams laut Yonhap mit Booten fortsetzen, die ihnen von den lokalen Behörden zur Verfügung gestellt wurden. Die Taucher aus Südkorea und Ungarn erwarteten demnach, am Montag ihren Einsatz unter Wasser, wenn möglich auch früher, beginnen zu können.

Möglicherweise sind auch im untergegangenen Schiff einige Leichen, vermuteten die ungarischen Behörden. Den Tauchern sei es wegen der starken Strömung und des steigenden Wasserstands unmöglich, sich dem Wrack zu nähern, berichtete das ungarische Nachrichtenportal „index.hu“ unter Berufung auf die Behörden.

Theoretisch würde es mindestens fünf Tage dauern, bis der Wasserstand so weit sinkt, dass ein Zugang zum Wrack möglich wäre, hieß es. Derzeit führt die Donau am Unglücksort Wasser in Höhe von etwa 5,3 Metern, normal wären es vier Meter. Auch ein Herausheben aus dem Wasser sei derzeit technisch nicht zu machen, teilte das Innenministerium in Budapest mit. Der ungarische TV Sender ATV zeigte eine Sonaraufnahme des auf der Seite liegenden Wracks.

Tauchgänge waren bei dem hohen Wasserstand, der Null-Sicht und der starken Strömung weiterhin lebensgefährlich. So hatte der Versuch eines ungarischen Tauchers am Donnerstag fast zu einer Tragödie geführt, berichtete das Internetportal „starthirek.hu“. Sein Luftschlauch hatte sich beim Hinabsteigen an einer Leiter verfangen. Nur mit Hilfe eines anderen Rettungstauchers konnte der Mann an die Oberfläche geholt werden, indem der Schlauch durchtrennt wurde. Experten empfehlen den Einsatz einer Abschirmungsplatte vor dem gesunkenen Wrack, um die Strömung zu verlangsamen und so die Bergungsarbeiten zu erleichtern.