Marineschiff mit 100 Migranten in Genua eingetroffen

Welt / 02.06.2019 • 16:28 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
AP/Zennaro
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Die Menschen wurden medizinisch erstversorgt, wie italienische Medien berichteten.

Genua Das Patrouillenschiff der italienischen Marine „Cigala Fulgosi“, das am Donnerstag rund hundert Flüchtlinge von einem Schlauchboot im Mittelmeer gerettet hat, ist am Sonntagvormittag im Hafen Genua eingetroffen. Die Menschen wurden medizinisch erstversorgt, wie italienische Medien berichteten.

Die Flüchtlinge sollen auf fünf EU-Staaten umverteilt werden, einige werden auch vom Vatikan aufgenommen, kündigte der italienische Innenminister Matteo Salvini am Samstag an. Noch unklar ist jedoch, um welche EU-Länder es sich handelt. Zu den an Land gegangenen Migranten zählen 23 Minderjährige, einige von ihnen seien unbegleitet, berichtete ein Sprecher des lokalen Zivilschutzes. Die unbegleiteten Minderjährigen sollen in Genua bleiben.

Innenminister Salvini dankte am Samstag dem Vatikan für die „Sensibilität“ und die Bereitschaft zur Aufnahme der Migranten. „Keiner der Migranten wird die italienischen Steuerzahler belasten“, hatte Salvini am Freitag betont. Das Schiff hatte die Menschen 90 Seemeilen vor der libyschen Küste aufgegriffen. Ein NGO-Bericht, wonach ein fünfjähriges Kindes auf dem Boot gestorben sei, wurde von der italienischen Marine dementiert.

Vor libyscher Küste Boot gekentert

Vor der Küste Libyens ist indes erneut ein Boot mit Flüchtlingen gekentert. Bisher seien 38 Überlebende gerettet und an die Küste gebracht worden, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Sonntag über Twitter mit. Unter ihnen seien neun Kinder. Die Suche nach Überlebenden gehe weiter. Demnach ereignete sich das Unglück vor der Küste der Stadt Garabulli im Westen Libyens. Zunächst war unklar, wie viele Menschen insgesamt an Bord waren.