Kühlster Mai seit 28 Jahren

03.06.2019 • 13:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Mai war kühl, trüb und nass. Heute Montag wurde in Bludenz erstmals die 30-Grad-Marke erreicht.

Schwarzach Der heurige Mai ist der kühlste seit 28 Jahren gewesen. „Der Mai 2019 war gemittelt über die gesamte Fläche Österreichs um 2,6 Grad kühler als ein durchschnittlicher Mai. Kühler war ein Mai zuletzt im Jahr 1991“, teilte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) mit. Nach dem kühlen Mai kommt der Sommer nun im Eiltempo: Am Montag wurde erstmals die 30-Grad-Marke erreicht.

Im Großteil Österreichs gab es im Mai keinen einzigen Sommertag (Temperatur von mindestens 25 Grad, Anm.) In Klagenfurt war das der erste Mai ohne Sommertag seit dem Jahr 1989, in Salzburg und Linz seit 1991 und in Eisenstadt seit 1992. Graz und Wien hatten im Mai 2019 zwei Sommertage, in einem durchschnittlichen Mai sind es hier sechs. „In den Niederungen war der Mai 1991 um 4,2 Grad kühler als im vieljährigen Durchschnitt, auf den Bergen um 5,1 Grad“, sagte Orlik.

Verbreitet Bodenfrost

Besonders kalt für einen Mai war es vom 5. bis zum 17. Am 7. Mai gab es in den Niederungen nochmals verbreitetet Bodenfrost in Österreich. Das Minimum der Lufttemperatur in fünf Zentimetern Höhe lag im Mühl- und Waldviertel zwischen minus ein und minus 3,3 Grad. Aber auch im Weinviertel gab es Temperaturminima zwischen null und minus zwei Grad. Verbreitet Bodenfrost trat auch in Vorarlberg, Tirol und Kärnten auf. Hier lagen die Temperaturminima in den Niederungen zwischen null und minus sechs Grad.

53 Prozent mehr Niederschlag

Der Mai brachte in der österreichweiten Auswertung zudem gleich 53 Prozent mehr Niederschlag als im vieljährigen Durchschnitt. Das ist einer der zehn höchsten Werte seit Beginn der Niederschlagsmessungen im Jahr 1858. An einzelnen Messstationen der ZAMG war es der zweitniederschlagsreichste Mai der Messgeschichte, wie in Bregenz, Kufstein und Bad Eisenkappel.

Beachtlich war auch die Schneelage. Am Pitztaler Gletscher (2.864 Meter Seehöhe) registrierte die ZAMG im Mai bis zu 392 Zentimeter Schneehöhe (am 13. Mai). „Das ist hier der zweithöchste Wert in einem Mai seit Messbeginn im Jahr 1989. Der Mai-Rekord stammt vom 1. Mai 1992 mit 400 Zentimetern Schneehöhe“, hieß es in einer Aussendung.

Wenige Blitzeinschläge

Das österreichische Blitzortungssystem ALDIS registrierte die geringste Zahl an Blitzeinschlägen in einem Mai seit Beginn der Messungen vor 27 Jahren. Im Mai schlug in Österreich 1.957 Mal ein Blitz ein. Zum Vergleich: Im Mai 2018 wurden 31.264 Blitzeinschläge in Österreich lokalisiert.

Erstmals 30 Grad in Bludenz

Nach dem kühlen Mai kommt der Sommer nun jedoch im Eiltempo: Am Montag, ist erstmals im heurigen Jahr die 30-Grad-Marke in Österreich erreicht worden. Um 13.30 Uhr wurde an der ZAMG-Wetterstation in Bludenz in Vorarlberg erstmals der Wert gemessen, berichtete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Montag.

„Das entspricht ganz gut einem durchschnittlichen Jahr: Im Mittel der vergangenen 25 Jahre gab es in Österreich den ersten 30er im Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Juni“, hieß es seitens der ZAMG.

Zum Vergleich: Im Vorjahr gab es bereits am 20. April 2018 (in der Stadt Salzburg) den ersten Tag im Jahr mit einem Temperaturmaximum von mindestens 30 Grad. Das war der zweitfrüheste „30er“ der Messgeschichte. Der früheste „30er“ in Österreichs Messgeschichte war am 17. April 1934, ebenfalls in der Stadt Salzburg.