75 Jahre D-Day: Gedenken an Landung der Aliierten

06.06.2019 • 07:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
AP

Am 6. Juni 1944 landen die Truppen der Alliierten an der Küste der Normandie. Die Militäroperation ist der Auftakt zur Befreiung Frankreichs von Nazi-Deutschland. Veteran Warren Goss aus den USA erinnert sich.

Colleville-sur-Mer In Nordfrankreich werden am Donnerstag die Gedenkfeierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Landung der Alliierten fortgesetzt. Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May legen zunächst den Grundstein für ein Mahnmal in der Gemeinde Ver-sur-Mer. Anschließend trifft Macron mit US-Präsident Donald Trump auf dem Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer zusammen.

Reuters
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Zu der zentralen Gedenkfeier oberhalb von Omaha Beach sind fast 12.000 internationale Gäste eingeladen, darunter auch 160 Veteranen. Nach der Zeremonie ist ein bilaterales Gespräch zwischen Macron und Trump geplant, bei dem es unter anderem um Sicherheitsfragen geht.

Ein Veteran erinnert sich

Warren Goss ist aus den USA auf den amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer in der Normandie gekommen, um seine toten Kameraden zu ehren. Er sei bei der alliierten Landung im Zweiten Weltkrieg gerade mal 18 Jahre alt gewesen, erzählt der Veteran, der ein weißes Hemd, Krawatte und einen Blazer trägt.

Er sei beim D-Day im US-Landungsbereich Utah Beach gewesen. Er sollte am Strand gegen deutsche Soldaten vorgehen, damit seine Kameraden von einer Technikereinheit danach Minen räumen konnten, erzählt der agil wirkende 94-Jährige aus der Gegend von Pittsburgh.

Er sei mit der „ersten Angriffswelle“ an Land gegangen, fährt Goss fort. Er sei mit der 4. US-Division nach Großbritannien gekommen. Dort habe er sich freiwillig für den gefährlichen Einsatz gemeldet. „Ich dachte, es wäre nett“, meint er schmunzelnd. „Mit 18 Jahren macht man verrückte Dinge.“

AFP
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„Es wurde den ganzen Tag über gekämpft“, erinnert sich der Veteran. In der Nacht sei er bis zum Ort Sainte-Marie-du-Mont gekommen, der einige Kilometer weiter im Landesinneren liegt. Er sollte eigentlich bis nach Sainte-Mère-Église gelangen, aber er schaffte es nicht. Warum? „Es waren zu viele Leute da, um Sie aufzuhalten!“

Seit dem Weltkrieg sei er drei oder vier Mal nach Frankreich zurückgekehrt, erzählt der frühere Soldat. „Ich mag es. Es ist gut, zurückzukommen und zu sehen, wie gut die Dinge laufen, und dass es den Leuten gut geht.“

Auf dem Friedhof in unmittelbarer Nähe des Landungsbereichs Omaha Beach gibt es 9380 Soldatengräber. US-Präsident Donald Trump und sein französischer Kollege Emmanuel Macron werden am Donnerstag in Colleville-sur-Mer zu einer Gedenkfeier erwartet.