Hard im Finale chancenlos: Krems nach 42 Jahren wieder am Handball-Meisterthron

08.06.2019 • 20:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

42 Jahre nach dem bisher letzten Meistertitel hat der UHK Krems wieder zugeschlagen. Mit dem 27:22-(15:11)-Heimsieg über Hard im entscheidenden fünften Spiel der „best of five“-Finalserie holte sich das dominierende Team der vergangenen Monate am Samstag zum vierten Mal die österreichische Handballmeisterschaft – und damit erstmals auch das Double.

Für Trainer Ibish Thaqi und sein Team war es die Krönung einer Saison ohne Tiefen, in der man schon den Grunddurchgang und die Bonusrunde für sich entschieden und im Cupfinale Bregenz bezwungen hatte. Hard hingegen, dass sich im Vorjahr im Finale den Fivers hatte beugen müssen, blieb der siebente Meistertitel vorerst verwehrt.

Nach vier Partien im Vorjahr ging die 2017/18 eingeführte „best of five“-Serie erstmals über fünf Spiele und folgte ihrer bisherigen Logik: Auch im letzten Duell der beiden stärksten Teams der Saison gab es einen Heimsieg. Und der war trotz Traumstarts einmal mehr hart erarbeitet. Denn vor 1.500 Zuschauern in ausverkaufter Halle nahm Hard-Coach Klaus Gärtner beim Stand von 1:4 schon nach fünfeinhalb Minuten das erste Time-Out. Sein Team erwischte einen rabenschwarzen Start und benötigte fast eine Viertelstunde, um das erste Tor aus dem Spiel zu erzielen.

Dieses 3:8 (14.) war aber noch nicht der Negativhöhepunkt aus Sicht der Gäste. Krems, das den verletzten Rückraumspieler Lucijan Fizuleto vorgeben musste, hatte in der Offensive zumeist leichtes Spiel und nach 20 Minuten einen Sechs-Tor-Vorsprung am Konto. Hard fand im Finish der ersten Hälfte aber besser ins Spiel, arbeitete sich zwischenzeitlich sogar auf 11:13 heran und hielt die Partie zur Pause mit einem Vier-Tore-Minus offen.

Und die Vorarlberger ließen die Gelegenheit nach Wiederbeginn nicht ungenutzt. Hard verlor zwar Flügel Michael Knauth mit Rot (33.), schaffte aber – gestützt auf Zweiergoalie Thomas Hurich – bis zur 38. Minute sogar den Ausgleich (16:16). Von da an stand die Partie gut zehn Minuten auf Messers Schneide, Hard ließ mehrere Möglichkeiten auf die erstmalige Führung liegen. Mit dem 22:19 rund sieben Minuten vor Schluss waren die Weichen schließlich gestellt, der Kremser Express rollte ungefährdet Richtung Ziel.

„Was wir heuer mit dem Cup und dem Meistertitel erreicht haben, ist einfach unglaublich“, jubelte Meistercoach Thaqi im ORF. „Wir haben eine junge Mannschaft, mit der wir das Ziel vorzeitig erreicht haben.“ Der größte Erfolgsfaktor sei „der Zusammenhalt, jeder ist für jeden da“. Gärtner hingegen präsentierte sich konsterniert. „Wir haben den Start verschlafen, waren übernervös. Wir haben nicht genug Kraft gehabt, um das Spiel zu drehen. Das ist ein Spiegelbild unserer Saison.“