Sicherheit bei Audi: Bis zu 43 Freunde und Helfer an Bord

14.07.2019 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Radfahrer auf Konfrontationskurs mit der Autotür: Eine Schloss-Sperre soll Kollisionen vermeiden. WERK

Premiumhersteller Audi hat bei Assistenzsystemen kräftig aufgerüstet.

Ingolstadt Im Film ist es immer so einfach: Die Akteure schauen sich während des Fahrens gefühlt minutenlang in die Augen, statt auf die Straße, stets gibt‘s gerade einen freien Parkplatz, es werden dann grußlos die Türen aufgerissen, ohne vorher über die Schulter oder in den Rückspiegel zu schauen. Und es passiert: nichts.

Die Hände beim Fahren in den Schoß legen kann man im Prinzip schon jetzt.
Die Hände beim Fahren in den Schoß legen kann man im Prinzip schon jetzt.

Nicht nur, um so etwas auch im richtigen Leben zu realisieren, entwickeln Autohersteller immer fähigere und sensiblere elektronische Assistenzsysteme. Eines der aktuellen automotiven Hauptthemen sind Sicherheit und Fahrautomatisierung.

Verkehrsgefahren entschärfen

Verkehrsgefahren sollen mindestens entschärft, wenn nicht verhindert werden. So wie alltäglich vorkommende Szenen: Radfahrer, die sich mit unvermittelt aufgerissenen Autotüren konfrontiert sehen und im schlimmsten Fall hineinknallen.

Dagegen haben Software-Entwickler im Auftrag von Audi ein mögliches Gegenmittel entwickelt: eine Türschloss-Blockierung: sollte ein heranbrausender Radler vom elektronischen Sicherheitsnetz zwar geortet werden, unter anderem vom Totwinkelwarner, die Warnsignale aber ignoriert werden.

Ein Notfallassistent kann das Auto bis zum Stillstand bremsen und Hilfe rufen.
Ein Notfallassistent kann das Auto bis zum Stillstand bremsen und Hilfe rufen.

Die Funktionen von elektronischen Assistenzsystemen funktionieren auf Basis eines korrespondierenden Zusammenspiels von Kameras, Laserscannern, Ultraschall- und Radarsensoren, Letztere mit unterschiedlicher Reichweite. Die sind auf und im Fahrzeug postiert. Gelenkt wird das von einem zentralen Fahrerassistenzsteuergerät, in Korrespondenz mit Infotainmentsystemem, deren Funktionsbandbreite mit Navigation und Unterhaltung noch lange nicht erschöpft ist.

Systeme im Praxistest

Audi offeriert derzeit bis zu 43 elektronische Systeme, die in den aktuellen Modellen teils serienmäßig, teils optional sind. Der e-tron zum Beispiel hat sie fast alle an Bord, ausgenommen den virtuellen Rückspiegel, der Außenkamera-Bilder auf OLED-Screens im Interieur projiziert, der ist aufpreispflichtig.

Abgesehen von diesem Topfeature ließ Audi einige Assistenzsysteme unter realitätsnahen Bedingungen auf gesperrtem Terrain ausprobieren. Unter anderem die Türblockierung und den Notfallhelfer: Im Fall des Falles schafft es das Konvolut an elektronischen Wächtern, ein Fahrzeug bis zum Stillstand zu bringen und automatisch Hilfe – Rettung, Polizei, Feuerwehr – zu rufen, wenn der Fahrer nicht mehr reagiert oder es nicht mehr kann.

Das Durchspielen des Notfallszenarios wurde allerdings vor dem letzten Schritt abgebrochen. Durch aktiven Eingriff, etwa Bremsen oder Lenken. Denn, das betont Audi: Bei aller wachsenden Engmaschigkeit des elektronischen Sicherheitsnetzes soll die Fahrverantwortung letztendlich beim Lenker bleiben. Dazu gehört, dass man etwa den adaptiven Abstandsregeltempomat ausschalten kann und auch den aktiven Spurhalteassistenten, der allein schon deshalb an Bord sein muss, um im NCAP-Crahstest die volle Punktezahl zu erzielen. BKH

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