Karriere bei Bertsch: Grundlage für eine sichere Zukunft

04.08.2019 • 08:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Gustav Klammer: „Seit Beginn der Firmengeschichte wird großer Wert auf  die Ausbildung junger Menschen gelegt. Zurzeit befinden sich bei uns 22  Jugendliche (zwei Frauen und 20 Männer) in einer Lehrlingsausbildung.“  VN/stiplovsek
Gustav Klammer: „Seit Beginn der Firmengeschichte wird großer Wert auf die Ausbildung junger Menschen gelegt. Zurzeit befinden sich bei uns 22 Jugendliche (zwei Frauen und 20 Männer) in einer Lehrlingsausbildung.“ VN/stiplovsek

Jeder Lehrling wird als Nachwuchs-Fachkraft betrachtet. VN-Interview mit Gustav Klammer, Leiter Lehrlingsausbildung, BERTSCHenergy Holding GmbH, Bludenz.

Christine Mennel

Bertsch ist seit 1997 ununterbrochen als Ausgezeichneter Lehrbetrieb prämiert worden. Was müssen die Unternehmen tun, um für den Nachwuchs spannend zu sein?

Ein attraktiver Ausbildungsbetrieb zu sein, das bedeutet für uns, jungen Menschen die Grundlage für eine sichere Zukunft zu bieten. Bei uns bekommen die Lehrlinge einen Ausbildungsplatz, der sie auf die Arbeitswelt in allen Facetten vorbereitet und ihnen eine zukünftige Anstellung sichert.

Ist die Knappheit von top ausgebildeten Fachkräften auch in Ihrem Bereich zu spüren?

Ja, und das stark. Damit weiterhin die Option einer Lehrlingsausbildung attraktiv erscheint, muss in und von der Gesellschaft die hohe Wertigkeit des Handwerks stärker geschätzt werden.

Wie modern ist das Arbeitsumfeld?

Unser Maschinenpark wird laufend dem Stand der Technik angepasst. Auch bieten wir unseren Lehrlingen die Möglichkeit, online zu lernen. Dabei stützen wir uns zunehmend auf neue Medien.

Was bedeutet die Zusammenarbeit mit jungen Menschen?

Einen Einfluss auf die zukünftige (Arbeits-)Welt zu nehmen. Es liegt uns am Herzen, die Jugendlichen fachlich auszubilden und ihnen etwas fürs Leben mitzugeben. Wir ermöglichen Kurse zur Persönlichkeitsbildung wie Rhetorik und Didaktik. Wir beraten sie auch beim Umgang mit ihren ersten finanziellen Mitteln und versuchen sie zu einem vernünftigen Lebensstil anzuleiten.

Sie sind seit 32 Jahren für die Lehrlingsausbildung verantwortlich. Wie geht es Ihnen in Ihrem Beruf?

Sehr gut. Meine Arbeit erfüllt mich und ich bin äußerst zufrieden mit dem, was ich tue. Natürlich gibt es Höhen und Tiefen, das ist normal. Die Höhen werden gemeinsam genossen, und so werden auch die Probleme in Ruhe miteinander gelöst.

Welche Skills muss ein Ausbilder abrufen können?

Als Ausbilder schlüpft man in verschiedene Rollen wie Erzieher, Berater, Psychologe und agiert zum Teil auch als Vaterersatz. Das Wichtigste ist, authentisch und ehrlich zu sein, hinzuhören und für die Lehrlinge da zu sein, besonders  wenn der Schuh drückt. Es hilft, sich ab und zu zurückzuerinnern. Auch wenn die Zeiten heute anders sind, sieht man dann die Dinge aus einer anderen Perspektive.

Sie sagen, dass Sie nicht auf der Suche nach den Besten sind …

Nein, wir suchen die Passenden. Wir wollen Jugendlichen eine Chance geben, die einen Handwerksberuf erlernen wollen und dafür grundlegende Voraussetzungen mitbringen, wie handwerkliches Geschick, Motivation, Neugier und Freude daran, Neues zu lernen.

Worauf legen Sie Ihr Hauptaugenmerk bei der Suche nach diesen jungen Menschen?

Wir laden Schulen ein, unsere Ausbildungsstätte kennenzulernen. Natürlich sind wir auch auf den Lehrlingsmessen sowie in den Medien und Social Media vertreten. Dazu gehört auch „Networking“.

Laut Ihren Nachforschungen stehen bei den Wünschen der Jugendlichen engagierte Ausbilder und eine vielseitige Ausbildung an den vordersten Stellen.

Ja, zum einen ist das bei uns ein Team aus zertifizierten, ausgezeichneten und diplomierten Ausbildern. Zum anderen geht es darum, die Lehre abwechslungsreich und interessant zu gestalten.

Sie geben Wissen mit Begeisterung weiter. Wertschätzung darf nicht zu kurz kommen und dem Motto „Nichts gesagt, ist Lob genug“ zum Opfer fallen, ist Ihre Devise …

Genau. Es gehört dazu, gute Arbeit zu loben. Nach unserer Erfahrung wirken Prämien nicht so gut im Vergleich zu einem extra Urlaubstag oder gemeinsamen Erlebnissen. Die wir übrigens sehr oft organisieren.

Gustav Klammer

Ausbildung: Lehre als Schlosser, Montagemeister, Schlossermeister, Schweißwerkmeister, Diplomierter Ausbilder, Lehrlingscoach

Laufbahn: Lindner und Tiefenböck in Spittal an der Drau, BERTSCH, Lentjes Düsseldorf, BERTSCHenergy

Alter: Jahrgang 1957

Familie: Verheiratet, 2 Kinder, 2 Enkelkinder

Hobbys: Skifahren, Sportkegeln, Mountain Bike, Downhill

www.bertsch.at