411 Migranten warten an Bord von Rettungsschiffen

12.08.2019 • 14:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
AFP

Im Mittelmeer warten 411 Migranten an Bord von Rettungsschiffen auf Landung. Nachdem das norwegische Schiff „Ocean Viking“ am Samstag 81 Personen an Bord eines Schlauchbootes vor der libyschen Küste gerettet hat, ist die Zahl der Menschen an Bord auf 251 gestiegen. Die „Ocean Viking“ befindet sich laut Angaben italienischer Medien vor der Küste Tripolis.

Seit zehn Tagen wartet auch das Schiff „Open Arms“ mit 160 Personen an Bord auf die Landung. Neun Personen waren zuletzt aus Gesundheitsgründen vom Schiff evakuiert worden. Acht von ihnen sollen auf Malta untergebracht werden. Ein vermutlich an Tuberkulose erkrankter Migrant wird in Italien behandelt, berichteten italienische Medien.

Die EU-Kommission begrüßte am Montag den Beschluss Maltas und Italiens, einige Migranten der „Open Arms“ vom Schiff zu evakuieren. Brüssel berichtete, keine Koordinierung für die Umverteilung der Migranten gestartet zu haben, da sie seitens von EU-Mitgliedsstaaten keine Aufforderung dazu erhalten habe. Die EU-Kommission berichtete, EU-Mitgliedsstaaten zu „Solidarität“ aufgerufen zu haben, da man eine Lösung für alle Menschen an Bord der Schiffe finden müsse.

Migranten landen indes an Bord kleinerer Schiffe in Süditalien. 55 Menschen erreichten an Bord eine Segelbootes den Hafen der süditalienischen Stadt Crotone. Die 55 Männer pakistanischer Staatsbürgerschaft wurden in einem Auffanglager in Kalabrien untergebracht.

Italien und Malta verweigern Rettungsschiffen immer wieder die Einfahrt in ihre Häfen und dringen darauf, dass andere EU-Staaten im Vorfeld zusichern, alle anlandenden Migranten zu übernehmen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bisher 41.182 Migranten auf dem Seeweg nach Europa gelangt, weit weniger als in den drei vergangenen Jahren. Mindestens 843 kamen in diesem Jahr bisher ums Leben, im Gesamtjahr 2018 waren es 2.299, im Jahr 2017 waren es 3.139.

Im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation hat indes Griechenland um Hilfe aus der Europäischen Union gebeten. In der ersten Jahreshälfte seien 30.500 Asylanträge gestellt worden, sagte der Vize-Minister für Zivilschutz, Giorgos Koumoutsakos, der Tageszeitung „Kathimerini“. Alleine auf den fünf Ägäis-Inseln Lesbos, Samos, Chios, Kos und Leros nahe der türkischen Küste würden nun mehr als 20.000 Flüchtlinge betreut.

Am Freitag vergangener Woche seien auf Lesbos sechs Schiffe mit jeweils 250 Migranten eingetroffen, sagte Koumoutsakos. Die Schlepper hätten einen neuen „Korridor“ zwischen der Insel Samothraki und der Stadt Alexandroupoli auf dem östlichen griechischen Festland eingerichtet. Von der EU erwarte er einerseits eine „strikte Anwendung“ des 2016 abgeschlossenen Rückführungsabkommens und andererseits „konkrete Solidarität“ bei der Aufnahme von Flüchtlingen.