Fünf Tote bei Attacke in Pariser Polizeipräfektur

Welt / 03.10.2019 • 16:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
AFP

Vier Polizisten tödlich verletzt – Täter erschossen – Möglicherweise Konflikt unter Kollegen.

Paris Bei einer Messerattacke in der Pariser Polizeipräfektur sind laut französischen Medien insgesamt fünf Menschen getötet worden. Vier Polizisten seien ums Leben gekommen, auch der Täter sei tot, berichteten die Nachrichtensender BFMTV und Franceinfo am Donnerstag. Laut Medien war der Täter ein Verwaltungsbediensteter der Polizeidirektion, die im Herzen der französischen Hauptstadt liegt.

BFMTV berichtete, wahrscheinlicher Hintergrund der Tat sei ein interner Konflikt innerhalb der Polizeibehörde gewesen. Der Bereich in der Nähe der Kathedrale Notre-Dame wurde weiträumig abgesperrt.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron besuchte den Tatort. Macron habe den Mitarbeitern der Polizeidienststelle seine Unterstützung und Solidarität bekundet, hieß es am Donnerstag. Er wurde demnach von Innenminister Christophe Castaner und dem französischen Innenstaatssekretär Laurent Nunez begleitet.

Die Tat ereignete sich gegen 13.00 Uhr. Der mutmaßliche Täter habe ein Keramikmesser benutzt, berichtete BFMTV. Er sei nach dem Angriff erschossen worden. Die Polizei nahm zunächst keine Stellung zu den Berichten.

Der Täter arbeitete Ermittlern zufolge bei der nachrichtendienstlichen Abteilung der Pariser Polizei (Direction du renseignement de la prefecture de police, DRPP), die unter anderem für den Kampf gegen Extremisten zuständig ist. Er soll für Computer zuständig gewesen und eine Behinderung gehabt haben. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben Hinweisen nach, wonach es einen Konflikt zwischen dem Täter und Kollegen gegeben habe.

Bei den toten Polizisten soll es sich nach Medienberichten um eine Frau und drei Männer handeln. Ein Augenzeuge der Messerattacken berichtete, unter den Polizisten sei Panik ausgebrochen. „Ich habe einen Schuss gehört“, sagte der Dolmetscher, der in dem Präsidium Dienst hatte. „Alle rannten, viele haben geweint.“

Ein Mitarbeiter der Polizeigewerkschaft Alliance, Loic Travers, sagte dem Sender BFM-TV, der Täter habe mehr als 20 Jahre in dem Präsidium gearbeitet. Er habe als „vorbildlicher Angestellter ohne Vorgeschichte“ gegolten. APA