Dieser Benziner funktioniert nach dem Dieselprinzip

Mobilität / 06.10.2019 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Mazda3 hat ein schickes Äußeres und innovative Antriebstechnik unter der Motorhaube. WERK

Skyactiv-X: Wieder ein Mazda, der aus der Reihe tanzt.

Schwarzach Mazda mag es unkonventionell, meidet den Mainstream. Bei Antriebstechnologien waren es einst Wankelmotoren, mit denen sich der japanische Hersteller als Sonderling einen Namen machte. Jetzt legt Mazda mit einer Motoren-Innovation nach: Die Erfindung eines Benziners, der nach dem Dieselprinzip arbeitet, gilt als Novum in der Automobilindustrie. Es ist zwar nicht so, dass andere große Hersteller nicht auch schon daran tüftelten, nur ist es bisher niemandem gelungen, diese Technologie in einem Serienfahrzeug auf die Straße zu bringen.
Mit dem Mazda3 und später auch dem CX-30 rollen gleich zwei Modelle zu den Händlern, die technisch aus der Reihe tanzen. Ein neues Brennverfahren bringt die Vorteile von Diesel und Benzin zusammen. „Spark Controlled Compression Ignition“ (SPCCI) so die etwas sperrige Bezeichnung für eine kontrolliert ablaufende Kompressionszündung. Im Volllastbereich braucht es zudem noch einen Fremdzündungsbetrieb. Den Mazda-Ingenieuren ist das Kunststück gelungen, einen zuverlässigen Wechsel der beiden Betriebsarten zu ermöglichen.

Bei Verarbeitung und Materialien ist Mazda im Premiumsegment angekommen.
Bei Verarbeitung und Materialien ist Mazda im Premiumsegment angekommen.

Verbrauch auf Dieselniveau

So viel zur komplexen Theorie. In der Praxis, das haben erste Testfahrten gezeigt, kriegt man von den sensiblen Abläufen unter der Motorhaube nichts mit. Nur der Blick auf die Verbrauchswerte irritiert, weil die niedrig wie bei Dieselfahrzeugen sind. Ein Vergleich macht es deutlich: das 2-Liter-Hightech-Aggregat mit 180 PS ist dem Basisbenziner mit 122 PS in allen Belangen deutlich überlegen. Mehr Kraft, mehr Agilität verbinden die Japaner mit einem Verbrauchsvorteil von 20 Prozent. 4,3 Liter sollen es im Normbetrieb sein, die 100-Gramm-Co2-Marke wird damit deutlich unterboten. Ein Wert, den wir in einem ersten Test zwar nicht ganz erreichen konnten, aber unter sechs Liter lässt sich der schicke Kompaktwagen locker bewegen. Und das ist, was vergleichbare Dieselmotoren brauchen. Wobei es durchaus Unterschiede im Fahrbetrieb gibt. Der Mazda-Motor ist im Gegensatz zum Diesel-Selbstzünder drehfreudig, erreicht sein Leistungsmaximum bei 6000 Umdrehungen. Bei Volllast verabschiedet sich das Aggregat allerdings von der Kompressionszündung. Allzu häufig ist das nicht der Fall. In 80 Prozent aller Fahrsituationen kann die innovative Antriebstechnologie laut Hersteller ihre Vorteile ausspielen.

Ergonomie im Fokus

Mazda hat seinen kompakten Bestseller vor einem halben Jahr in der vierten Auflage auf den Markt gebracht. Mit einem weiter reduzierten Design und einer Aufwertung im Innenraum, die Premiumqualität erreicht hat. Was bei der Neuauflage noch auffällt, ist die geglückte Cockpitgestaltung, die den Fahrer ins Zentrum rückt. Wenn es um Ergonomie geht, macht den Japanern so schnell keiner was vor. Die Bedienung ist logisch und intuitiv. So macht das Fahren richtig Spaß. Dazu gehört beim Mazda3 auch das manuelle Schalten. Es passt zum agilen Gesamteindruck. Der Sprint von 0 auf 100 ist in 8,2 Sekunden erreicht, die Spitze liegt bei 216 km/h. Alternativ bietet Mazda beim Dreier auch ein Automatikgetriebe an, dessen Verbrauchs- und Leistungsdaten im Vergleich zum Schalter nicht ganz so beeindruckend sind. Im Vergleich zur Konkurrenz allerdings schon.

Mazda 3

Motor/Antrieb 2-Liter Benziner mit 180 PS, 224 Nm Drehmoment, 6-Gang-Schalter oder Automatik, Frontantrieb bzw. Allradantrieb

Marktstart Mazda3 (aktuell), Mazda CX-30 im Spätherbst

Preis ab 26.990 Euro (Mazda3), ab 28.890 Euro (Mazda CX-30).

Der Skyactiv-X-Motor verbindet die Vorteile von Diesel und Benziner.
Der Skyactiv-X-Motor verbindet die Vorteile von Diesel und Benziner.