„Alan Kurdi“ darf mit 88 Migranten an Bord in Italien landen

Welt / 02.11.2019 • 10:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

tarent Das deutsche Rettungsschiff „Alan Kurdi“ mit 88 Migranten an Bord darf in Süditalien landen. Das italienische Innenministerium beschloss, dass das von der deutschen NGO Sea Eye betriebene Schiff im süditalienischen Tarent anlegen darf. Mit der Landung wird am heutigen Samstag gerechnet, berichteten italienische Medien.

Die Genehmigung zur Landung in Tarent wurde erteilt, nachdem Italien eine Einigung mit anderen EU-Mitgliedsstaaten zur Umverteilung der Migranten an Bord der „Alan Kurdi“ erreichen konnte. Deutschland und Frankreich werden 60 Migranten aufnehmen, weitere fünf Personen sollen nach Portugal gehen, zwei nach Irland, teilte das Innenministerium in Rom mit.

Am Freitag war das Schiff eigenmächtig in italienische Hoheitsgewässer eingefahren. Die Organisation Sea Eye begründete das mit dem schlechten Wetter. Die Migranten waren von einem Schlauchboot gerettet worden.

Bei der Rettung der Migranten aus dem Mittelmeer war die Besatzung der „Alan Kurdi“ nach eigenen Angaben am vergangenen Samstag von libyschen Streitkräften mit Schusswaffen bedroht worden. Drei libysche Schiffe hätten die „Alan Kurdi“ bedrängt, Maskierte hätten Warnschüsse in die Luft und ins Wasser abgegeben. Viele Migranten seien in Panik ins Wasser gesprungen, auch sie seien mit Maschinenpistolen bedroht worden. Später hätten die Libyer abgedreht, die „akute Bedrohungssituation“ sei vorbei gewesen, berichtete die Crew.