Proteste im Irak bringen öffentliches Leben zum Erliegen

03.11.2019 • 11:39 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die anhaltenden Proteste haben am Sonntag das öffentliche Leben im Irak weitgehend zum Erliegen gebracht. In Bagdad sowie in Städten im Süden des Landes blieben Schulen und Verwaltungen erstmals flächendeckend geschlossen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Der Sonntag ist in dem mehrheitlich muslimischen Land der erste Tag der Arbeitswoche.

Demonstranten legten außerdem mit Straßenblockaden den Verkehr lahm. Die Protestbewegung fordert seit einem Monat den Sturz der Regierung.

In Bagdad parkten junge Iraker Autos auf den Hauptverkehrsstraßen. Die Polizei beobachtete die Situation, griff aber nicht ein. In der Stadt Kut im Osten des Landes blockierten Demonstranten Straßen und Brücken. „Wir haben beschlossen, die Straßenverbindungen zu kappen, als Botschaft an die Regierung, dass wir weiter protestieren werden, bis die korrupten Menschen und Diebe vertrieben sind und das Regime fällt“, sagte Tahseen Nasser, ein 25-jähriger Demonstrant.

Schüler nahmen an Sitzstreiks an ihren Schulen teil. Die Lehrergewerkschaft des Landes verlängerte den Streik, den sie vergangene Woche begonnen hatte. Auch die Ingenieur-, Ärzte- und Anwaltskammern unterstützen die Proteste.

Seit dem 1. Oktober gehen Demonstranten im Irak auf die Straße, um einen Wandel des politischen Systems zu fordern. Bisher wurden mehr als 250 Menschen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften getötet.