Mehrere Tote durch Zyklon „Bulbul“ in Indien und Bangladesch

Welt / 10.11.2019 • 14:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
AFP

Durch den Zyklon „Bulbul“ sind in Indien und im benachbarten Bangladesch nach Behördenangaben mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. In den Küstengebieten der beiden südasiatischen Länder mussten am Wochenende mehr als zwei Millionen Menschen aus Angst vor dem Sturm ihre Häuser verlassen.

Auf Land getroffen war „Bulbul“ in der Nacht zum Sonntag bei den weltweit größten Mangrovenwälder, den Sundarbans, wie die Behörden mitteilten. Diese verbinden den indischen Bundesstaat Westbengalen mit Bangladesch.

In Indien versuchten Retter, betroffene Region zu erreichen. „Hunderte von Bäumen und Strommasten wurden entwurzelt, und Häuser wurden beschädigt“, sagte Amalendu Dutta vom indischen Katastrophenschutz. In den Küstengebieten von Bangladesch habe der Sturm große Teile der Ernte, darunter Reis und Gemüse, zerstört. Es sei aber noch zu früh, um das genaue Ausmaß der Zerstörung zu benennen.

Über Schäden in den Sundarbans-Mangrovenwälder war nach Angaben der Behörden zunächst nichts bekannt. Die Wälder wurden von der Unesco Ende der 1990er-Jahre zum Weltnaturerbe erklärt. Sie beheimaten seltene Tier- und Pflanzenarten, auch den gefährdeten Königstiger, das Nationaltier Indiens.

In Indien starben insgesamt acht Menschen. Mindestens einer kam nach Angaben der Polizei ums Leben, als ein Baum auf ihn stürzte. Mehrere starben beim Einsturz von Mauern. Aus Bangladesch wurden zunächst drei Tote gemeldet.

Der Betrieb von mehreren Flug- und Schiffshäfen in der Region wurde vorübergehend eingestellt, auch am internationalen Airport von Kolkata. Der Sturm hatte starke Winde und heftige Regenfälle in die Küstengebiete der beiden Länder gebracht, Überschwemmungen wurden befürchtet. Meteorologen erwarteten, dass das Unwetter Richtung Norden weiterziehe und sich dann abschwäche. 1991 hatte ein Zyklon in Bangladesch verheerende Überschwemmungen verursacht und mehr als 100.000 Tote gefordert.