Holzbau als Gebot der Stunde: Quote vorschreiben oder Obergrenzen einführen?

16.11.2019 • 09:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für öffentliche Gebäude soll immer eine Holzvariante angeboten werden, wünschen sich die Zimmerer. Mellau zeigt mit den Gemeindebauten, wie es geht. VHK

Holz verbessert die Ökobilanz. Ziel ist deshalb Steigerung des Holzbaus.

Schwarzach Der Klimawandel und der Weg, wie man die CO2-Bilanz verbessern kann, sorgen weltweit für Diskussionen. Auch in Vorarlberg machen sich viele Menschen Gedanken, wie das gehen könnte. Ein Weg: Bauen mit Holz. Unter Vorarlbergs Zimmerern kursiert deshalb derzeit ein Strategiepapier, das schon konkrete Forderungen enthält und den VN vorliegt.

33 Prozent Holzbauanteil

Die Vorschläge haben es in sich: „Bei allen Gebäuden, in denen öffentliche Geldmittel  stecken, muss zukünftig von den Architekten immer auch eine Variante in Holz (mindestens 70 Prozent Holzanteil) angeboten werden, speziell im sozialen Wohnbau.“  Außerdem wünschen sich die Holzbauer ein Bekenntnis des Landes Vorarlberg, bis Ende 2029 einen nachweislichen Holzbauanteil von 33 Prozent vom Gesamtbaukuchen zu erreichen: im Wohnbau, Gewerbebau und im öffentlichen Bau. Derzeit liegt der Anteil bei etwas mehr als zehn Prozent. Beim ambitionierten Ziel des Landes, 4000 Wohnungen zu bauen, wären dann über 1300 im Sinne des Wortes hölzern.

„Quoten sind nicht gut, aber man kann den Holzbauanteil mit guten Argumenten vergrößern.“

Hermann Kaufmann, Architekt

Das hilft nicht nur der lokalen Klimabilanz, sondern sichert gleichzeitig wertvolle Arbeitsplätze in den Talschaften, heißt es in dem Strategiepapier, das im Vorarlberger Holzbau erarbeitet wurde und dem Landeshauptmann übergeben wird. Abgerundet werden soll das Klimaschutzpaket durch Leuchtturmprojekte wie Berufsschule Gascht, Campus V oder große Quartiere, eine stärkere Unterstützung des Holzbaupreises und weitere Aktionen des Holzclusters, der gerade in der Wirtschaftskammer Vorarlberg gegründet wird,und ein Bildungsprojekt „Wald und Holz“ unter dem Dach von Chancenland Vorarlberg.

Argumente und Beispiele

Einen höheren Holzbauanteil wünscht sich auch der Schwarzacher Architekt Hermann Kaufmann, der die Vorzüge des Baustoffs auch immer wieder und mit Überzeugung ins Rampenlicht stellt. Doch er hält nichts von einer Quote, „nicht mit der Holzhammermethode“, wie er sagt. Man könne den Holzbau auch mit guten Argumenten und Beispielen fördern. Mit Standards, zum Beispiel einer CO2-Obergrenze, könne man die Wahl des Baustoffs ebenfalls beeinflussen, ist er sich sicher. Die Formulierung im Strategiepapier und die Forderung nach Quoten sind dem preisgekrönten Architekten aber zu brachial.