Ibiza-Video: Strache wollte „heikle Unterlagen“ lagern

23.11.2019 • 13:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
APA

Gemäß einem vom Nachrichtenmagazin „profil“ veröffentlichten Chatprotokoll hat der ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache einen Tag vor Veröffentlichung des Ibiza-Videos den Freiheitlichen Abgeordneten Harald Stefan gefragt, ob er „heikle Unterlagen“ in dessen Büro lagern könne. Wortwörtlich wollte Strache wissen: „Hast du einen Safe in deinem Büro, wo ich heikle Unterlagen lagern kann? Lg.“

Stefan antwortete laut Protokoll mit: „Ja. Habe einen privaten Safe. LG.“ Strache fragte dann, ob er einen „größeren Akt“ bringen dürfe. Stefan, der im Zivilberuf Notar ist, bejahte und meinte, dass er diesen „gerne verwahren“ könne.

Am 24. Oktober verlangte die Staatsanwaltschaft mittels Sicherstellungsanordnung schließlich die Öffnung des Tresors. Stefan kam dem nach. Die Ermittler fanden aber keinen Akt – weder in der Kanzlei noch in einem privaten Safe in der Wohnung des Abgeordneten. Bei der Zeugeneinvernahme gab Stefan zu Protokoll, dass er nach dem Chat am 16. Mai nichts mehr dazu gehört und keine Unterlagen von Strache zur Lagerung bekommen habe. „Ich weiß auch nicht, um welche Unterlagen es sich dabei hätte handeln können“, wurde Stefan zitiert.