Schüsse in tschechischer Klinik: Täter nimmt sich das Leben

Welt / 10.12.2019 • 12:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
REUTERS

In einem Krankenhaus im tschechischen Ostrau sind am Dienstag sechs Menschen erschossen worden. Zu den Toten zählten nach Angaben der Universitätsklinik vier Männer und zwei Frauen. Zwei weitere Personen wurden schwer verletzt und notoperiert. Der Schütze nahm sich nach der Tat das Leben. Die Hintergründe der Gewalttat sind noch unklar.

Ministerpräsident Andrej Babis sprach von einer „großen Tragödie“. Der mutmaßliche Schütze habe in einem Warteraum der Universitätsklinik das Feuer auf Patienten eröffnet und „aus nächster Nähe auf den Kopf oder Hals“ seiner Opfer gezielt, sagte Babis. „Der 42 Jahre alte Mann schoss sich vor dem Zugriff der Polizei in den Kopf, er ist tot“, teilte danach die Polizei auf Twitter mit.

„Wir wissen nicht, was die Motive dieses Menschen waren“, meinte Babis. Er geht davon aus, dass es die Tat eines möglicherweise psychisch kranken Einzeltäters war und keine allgemeine Bedrohungslage in Tschechien vorliegt.

Tschechiens Innenminister Jan Hamacek hatte der Agentur CTK zunächst nur bestätigt, dass es mehrere Tote gegeben habe. Die Polizei sei mit zahlreichen Beamten und einem Sondereinsatzkommando an Ort und Stelle, auch ein Hubschrauber sei im Einsatz. Hamacek und Babis sagten alle Termine ab und machten sich auf den Weg nach Ostrau.

Augenzeugen berichteten Medien, dass sie Schüsse aus dem Bereich der Notaufnahme gehört hätten. Mitarbeiter der Klinik wurden angewiesen, ihre Abteilungen nicht zu verlassen. „Wir sind alle nervös“, sagte eine Medizinerin der Agentur CTK. Das Krankenhaus wurde geschlossen und keine neuen Patienten aufgenommen. Auch das angrenzende Universitätsgelände wurde abgeriegelt.

Die Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien setzte einen Krisenstab ein. Ostrau ist mit rund 290.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Tschechiens und Verwaltungszentrum der mährisch-schlesischen Region. Die Stadt liegt an der Nordostgrenze Tschechiens, zehn Kilometer südwestlich von Polen und 50 Kilometer nordnordwestlich der Grenze zur Slowakei.