Vilimsky sieht Partei in „schwieriger Situation“

14.12.2019 • 16:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky sieht nach dem Ausschluss von Ex-Obmann Heinz-Christian Strache seine Partei durchaus in Turbulenzen: „Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass wir nicht in einer schwierigen Situation sind“, sagte er im Ö1-„Mittagsjournal“ am Samstag. Gleichzeitig betonte er, dass er mit einer Rückkehr der FPÖ auf die „Siegerstraße“ rechne.

Die FPÖ sei auch schon in der Vergangenheit in schwierigen Situationen gewesen, verwies er auf die BZÖ-Abspaltung durch Ex-Parteichef Jörg Haider im Jahr 2005. Aber: „Mittelfristig muss die FPÖ immer auf die Siegerstraße kommen, weil sie die letzte verbliebene Rot-Weiß-Rot-Partei in Österreich ist.“ Denn die Programmatik der Freiheitlichen vertrete „sonst keine Kraft“.

Zu möglicher Konkurrenz durch die neu gegründete Strache-loyale „Allianz für Österreich“ (DAÖ) bei der Wiener Landtagswahl sagte Vilimsky, sollte Strache für diese Liste kandidieren, dann sei das „zu akzeptieren“. „Ich glaube trotzdem, dass das Original immer bevorzugt wird.“ Von den drei Strache-loyalen abtrünnigen ehemaligen FP-Landtagsmandataren rund um Karl Baron, die die DAÖ am Donnerstag gegründet hatten, zeigte sich Vilimsky enttäuscht: Gerade diese drei Abgeordnete hätten davor noch „hoch und heilig versprochen“, nicht in eine andere Partei zu gehen, so der Generalsekretär.

Von einer Abspaltung wollte (wie zuvor schon Wiens Landesparteichef Dominik Nepp) auch Vilimsky nichts wissen, dies sei eine „deplatzierte Begrifflichkeit“, denn: „Es geht primär um drei Funktionäre.“ Auf die Frage, ob er sich angesichts der Spesen-Vorwürfe von Strache getäuscht fühlt, antwortete Vilimsky zurückhaltend: „Ich würde das so nicht behaupten.“ Denn jetzt gelte es zunächst, die behördlichen Untersuchungen abzuwarten.

Laut einer „Unique Research“-Umfrage des Nachrichtenmagazins „profil“ ist die FPÖ in der bundesweiten Sonntagsfrage hinter die Grünen auf Platz vier gerutscht. Die Grünen legen demnach gegenüber der letzten Erhebung des Instituts vom November von 16 auf 17 Prozent zu, die FPÖ kommt nur mehr auf 15 Prozent.

Platz eins hält weiterhin klar die ÖVP, die in dieser Umfrage (807 Befragte, erhoben zwischen 9. und 13. Dezember) auf 39 Prozent kommt (November: 38 Prozent). Die SPÖ verliert im Monatsvergleich einen Prozentpunkt und liegt mit 18 Prozent nur einen Punkt vor den Grünen. Die Neos legten einen Prozentpunkt zu und halten laut der Umfrage bei zehn Prozent.