ÖSV-Damen bei Goggia-Sieg in St. Moritz neben dem Podest

14.12.2019 • 13:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Anna Veith kam bei ihrem Comeback im Super G in St. Moritz auf den 26. Rang. GEPA

Österreichs Ski-Damen haben im Super-G von St. Moritz das Podium verpasst. Nicole Schmidhofer war am Samstag als ÖSV-Beste 0,17 Sekunden hinter Platz drei Vierte. Sofia Goggia gewann mit einer Hundertstel Vorsprung vor ihrer italienischen Landsfrau Federica Brignone und Mikaela Shiffrin, die ihre Führung im Gesamtweltcup ausbaute. Die Vorarlbergerin Nina Ortlieb zeigte als Sechste erneut auf.

Weitere ÖSV-Läuferinnen waren nicht unter den Top Ten. Tamara Tippler kam auf Platz elf, Stephanie Venier landete auf Rang 14. Ricarda Haaser musste sich mit dem 22. Platz zufriedengeben, Mirjam Puchner war 25. Anna Veith kam bei ihrem Comeback im Super-G auf Position 26. Ramona Siebenhofer, Elisabeth Reisinger und Michaela Heider schieden aus, wobei Heider schwer zu Sturz kam.

Die Steirerin verlor im oberen Abschnitt nach der ersten Zwischenzeit die Balance, flog einige Meter durch die Luft und landete hart auf der Piste. Sie konnte danach selbst hinunter fahren und wurde untersucht.

Laut ÖSV-Infos sind die Bänder im Knie stabil, die Athletin habe Prellungen und blaue Flecken erlitten. Sicherheit soll eine MR-Untersuchung geben, die in Österreich gemacht werde. Die 24-jährige Heider war zuletzt vor einer Woche in Lake Louise als 25. in der Abfahrt erstmals in den Punkterängen gewesen.

Goggia konnte sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls ihres siebenten Sieges schon relativ sicher sein. Bemerkenswert an der Fahrt der 27-Jährigen war, dass Goggia nach Hälfte der Distanz einen Stock abwarf, nachdem sie die Schlaufe nicht richtig zu fassen bekommen hatte. „Ich hatte ihn einfach nicht mehr in der Hand“, erklärte sie im Anschluss.

„Ich bin superglücklich, dass ich das Rennen gewonnen habe und dass ich das Podium mit Federica teilen kann“, freute sich die Abfahrts-Olympiasiegerin und Super-G-Vizeweltmeisterin. „Als ich am Start gestanden bin, habe ich nur gedacht, ich will meine Linien fahren. Ich habe überhaupt nicht ans Resultat gedacht.“

Bei teilweise schwierigen Sichtverhältnissen und Wind blieb keine Läuferin fehlerfrei. Auch nicht Schmidhofer, die mit sich selbst ein wenig haderte. „Ich weiß nicht so recht, ob zufrieden sein soll oder nicht, weil ein bisschen besser Skifahren hätte ich schon können“, sagte die Ex-Weltmeisterin im Super-G, die ihren Triumph 2017 an Ort und Stelle in St. Moritz gefeiert hatte. Die Verhältnisse bei ihr seien okay gewesen: „Es ist halt Freiluftsport.“

Venier hingegen klagte über das Wetter. „Es war total schwer, weil die Bodensicht so schlecht war. Man hat überhaupt nicht gesehen, wo die Wellen sind und wo man den Schwung anzusetzen hat“, meinte die Tirolerin. „Aber es ist immer gut, wenn man einen Grund hat, warum man nicht ganz vorne dabei ist. Dann kann man es leichter verarbeiten.“

Ortlieb freute sich nach ihren Ausfall zuletzt in Lake Louise über einen Schub für das Selbstvertrauen. Der vierte Platz, den sie in der ersten Lake-Louise-Abfahrt herausgefahren hatte, sei dadurch bestätigt. „Ich habe die letzten Jahre einige schwere Verletzungen gehabt. Jetzt bin ich körperlich wieder so weit, dass ich dem Druck standhalte auf dem Schnee“, erklärte die 23-Jährige den Anstieg der Leistungskurve.

Veith, die sich derzeit nach ihrem jüngsten Kreuzbandriss im Jänner wieder herankämpft, sieht noch viel Arbeit vor sich. „Ich muss erst wieder das Vertrauen kriegen“, sagte die 30-Jährige. „Ergebnis und Rückstand sind jetzt nicht das Wichtigste, obwohl ich natürlich nicht zufrieden bin.“ Wieder einen technisch anspruchsvollen Super-G fahren zu können, habe ihr aber trotzdem Spaß gemacht, betonte sie.