Nach Lawinenabgang in Kärnten keine weiteren Verschütteten

31.12.2019 • 11:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach Lawinenabgang in Kärnten keine weiteren Verschütteten

spttal/Drau Bei einem Lawinenabgang am Montag im Kärntner Skigebiet Heiligenblut-Großglockner (Bezirk Spittal an der Drau) sind insgesamt drei Personen – zwei Buben und ein Erwachsener – von den Schneemassen erfasst worden. Das berichtete die Polizei in der Nacht auf Dienstag und korrigierte damit frühere Angaben. Bei dem Sucheinsatz, der bis 22 Uhr lief, wurden keine weiteren Verschütteten entdeckt.

Auf einer erst kurz vorher freigegebenen Skiroute war gegen 14.40 Uhr ein etwa 200 mal 300 Meter großes Schneebrett abgegangen und hatte den polnischen Wintersportler, seinen zwölfjährigen Sohn und den achtjährigen Neffen mitgerissen. Der Achtjährige wurde bis zur Hüfte verschüttet, nachkommende Skifahrer bargen ihn. Der ältere Bub wurde wegen seines herausragenden Skis von den Einsatzkräften schnell gefunden und aus etwa eineinhalb Metern Tiefe ausgegraben. Er wurde per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Lienz geflogen – laut Polizei mit Verletzungen unbestimmten Grades.

Die behandelnden Ärzte machten am Dienstag auf Anfrage unter Berufung auf den Datenschutz keine Angaben zu seinem Zustand. Laut Peter Schmidl, Geschäftsführer des Skigebiets, geht es dem Buben wieder gut. Schmidl erklärte gegenüber der APA, dass an den Tagen vor dem Lawinenunglück auf der betroffenen Skiroute „Hochfleiss“ Sprengungen durchgeführt wurden, dabei aber keine Lawinen abgegangen seien. Die Lawinenkommission des Skigebiets habe dann am Montag empfohlen, den Lift einzuschalten. „Dann ist leider die Lawine abgegangen.“

Schmidl: „Wir sind jetzt dran, das zu analysieren.“ Dass Lawinen direkt in Skigebiete abgehen, sei eigentlich sehr ungewöhnlich. Allerdings war es erst vergangene Woche im unweit entfernten Skigebiet Ankogel ebenfalls dazu gekommen, dass eine Lawine ins Skigebiet abgeht. Am Berg seien wegen der massiven Schneefälle im November heuer ungeheure Mengen an Schnee, sagte dazu Schmidl. Die betroffene Skiroute reicht von 2.500 bis auf 3.000 Meter Seehöhe hinauf. „Wir waren sehr vorsichtig, wir haben vorher tagelang nachweislich Sprengungen durchgeführt, dabei ist nichts abgegangen. Man muss sagen, es gibt ein Restrisiko. Es ist leider so.“ Am Dienstag blieb der Hochfleiss-Lift gesperrt.