Entscheidung über U-Haft für Südtiroler Unfalllenker

Welt / 07.01.2020 • 12:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
AFP

Nachdem der 27-jährige Südtiroler, der in der Nacht auf Sonntag in Luttach in Südtirol in eine Menschenmenge gerast war und dabei sieben Menschen aus Deutschland getötet hatte, ins Gefängnis verlegt worden ist, steht nun eine Anhörung zu seiner Untersuchungshaft an. Der Termin könnte nach Angaben der Polizei in Bozen schon am Dienstag sein.

Die Behörden stellten beim Unglückslenker fast zwei Promille Alkohol fest. Der Mann kam zuerst ins Krankenhaus und sitzt seit Montag in Bozen in Haft. Sein Anwalt erklärte, er rechne eher Mitte der Woche mit einer Vorführung beim Richter. Sein Mandant sei voller Reue, meinte der Pflichtverteidiger Alessandro Tonon in der Tageszeitung „Alto Adige“. Der 27-Jährige sei sich nicht bewusst gewesen, dass er derart stark betrunken war, so Tonon.

Dem Mann drohen wegen der Schwere des Unglücks bis zu 18 Jahre Haft. Die Ermittler gehen bei dem Unfall auch von zu schnellem Fahren aus. In Italien gilt wie in Österreich eine 0,5-Promille-Grenze.

Der Fahrer war in die Gruppe junger Skitouristen gerast. Dabei starben zunächst sechs Menschen um die 20 Jahre, weitere zehn wurden verletzt. Eine Frau aus Deutschland erlag am Montag in einem Krankenhaus in Innsbruck ihren schweren Verletzungen. Der zweite schwer verletzte Patient, der in Innsbruck behandelt wird, sei auf dem Weg der Besserung, erklärte der Südtiroler Sanitätsbetrieb.

Viele Angehörige sind seit Sonntag zum Krankenhaus in Bruneck gereist, rund 20 Fahrkilometer von Luttach entfernt. Dort wurden die Toten inzwischen alle identifiziert. Einige der Angehörigen fuhren auch nach Luttach zur Unfallstelle.

Betreut wurden die Familien von Notfallpsychologen, Seelsorgern und Vertretern der Deutschen Botschaft. Von den sechs Menschen, die noch in der Unfallnacht starben, kamen vier aus Nordrhein-Westfalen. Eine Person wohnte in Hamburg, eine weitere in Niedersachsen. Woher in Deutschland die siebente Tote stammt, gaben die Behörden zunächst nicht bekannt.