Coronavirus ist in Europa angekommen

Welt / 24.01.2020 • 20:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Das in China aufgetretene neue Coronavirus hat Europa erreicht. In Frankreich wurden zwei Fälle der dadurch verursachten Lungenkrankheit bestätigt, wie die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Freitagabend mitteilte. Demnach traten die beiden Erkrankungen in Bordeaux und in Paris auf. Die Regierung werde alles unternehmen, um eine Ausbreitung des Erregers einzudämmen, sagte Buzyn.

Die französischen Behörden setzten alles daran, eine mögliche Ausbreitung des Virus zu verhindern, betonte Buzyn. Nach Angaben des Notarztdienstes SOS Médecins war im südfranzösischen Bordeaux am Donnerstag ein Patient mit dem Verdacht auf die Lungenkrankheit eingeliefert worden.

Die ersten Fälle der Erkrankung waren Anfang des Jahres in der chinesischen Stadt Wuhan aufgetreten. In China liegt die Zahl nachgewiesener Infektionen im Land den Behörden zufolge derzeit bei rund 900. Mehr als 25 der Patienten sind gestorben, zumeist ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Nachweise wurden auch aus anderen asiatischen Ländern wie Thailand, Singapur und Taiwan gemeldet.

 In Wuhan wird im Schnellverfahren eine Klinik für Menschen, die mit dem neuartigen Virus infiziert sind, errichtet. Bis 3. Februar soll sie fertiggestellt sein.  <span class="copyright">Afp </span>
In Wuhan wird im Schnellverfahren eine Klinik für Menschen, die mit dem neuartigen Virus infiziert sind, errichtet. Bis 3. Februar soll sie fertiggestellt sein.  Afp

Chian baut Krankenhaus im Schnellverfahren

Zur Behandlung von Patienten, die sich mit der neuen Lungenkrankheit infiziert haben, soll in der zentralchinesischen Stadt Wuhan ein Krankenhaus errichtet werden – in nur sechs Tagen. Die Gebäude für die Anlage mit 1000 Betten werden aus vorproduzierten Bauteilen zusammengesetzt, wie Staatsmedien berichteten. Auf einem Video von der Baustelle waren am Freitag Dutzende Bagger zu erkennen, die das Gelände vorbereiteten. Das Krankenhaus soll ab dem 3. Februar die ersten Patienten aufnehmen. Während der Sars-Pandemie 2003 war in Peking innerhalb weniger Tage ein Behandlungszentrum entstanden. Tausende Bauarbeiter waren daran beteiligt.

Fälle in USA

In den USA waren bis Freitag zwei Fälle bestätigt worden – einer in Seattle und einer in Chicago. Die USA kündigten am Freitag an, das Personal ihres Generalkonsulats und deren Familien aus Wuhan abzuziehen. Die Anordnung erfolge wegen der Ausbreitung des neuen Coronavirus, der logistischen Probleme durch das beschränkte Transportwesen und der „überwältigten Krankenhäuser“ der Stadt, sagte ein Botschaftssprecher.

In China war am Freitag bereits in mehr als zehn Städten der schwer betroffenen Provinz Hubei mit insgesamt mehr als 40 Millionen Einwohnern die Bewegungsfreiheit der Menschen stark eingeschränkt. Nah- und Fernverkehr wurden gestoppt, Ausfallstraßen gesperrt. Zudem sollen in der Öffentlichkeit Schutzmasken getragen werden. In China sind an dem neuartigen Coronavirus bisher 26 Menschen gestorben und Hunderte erkrankt. Auch aus anderen Ländern werden inzwischen Fälle gemeldet. Die chinesischen Behörden riegelten die beiden Millionenstädte Wuhan und Huanggang ab. In Wuhan war das Virus erstmals aufgetaucht.

Das österreichische Außenministerium riet von nicht notwendigen Reisen in die zentralchinesische Provinz Hubei ab. Wie Ministeriumssprecher Peter Guschelbauer in Wien mitteilte, wurde für Hubei ein hohes Sicherheitsrisiko (Sicherheitsstufe 3) angenommen.