Beide Coronavirus-Verdachtsfälle in Wien negativ

Welt / 28.01.2020 • 10:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
DPA

Noch ein Verdachtsfall in Klagenfurt.

Wien Die beiden Coronavirus-Verdachtsfälle in Wien haben sich als negativ herausgestellt. Wie es aus dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hieß, haben sich weder der behandelte Mann noch die Frau mit dem neuen Virus infiziert. Somit gibt es momentan nur in Klagenfurt einen weiteren Verdachtsfall, der noch zu klären ist. Erreicht hat das Virus in zwischen Bayern, dort gibt es einen bestätigten Fall.

Bei einem Mann aus dem Landkreis Starnberg bei München ist eine Infektion mit dem neuartigen Virus bestätigt worden, teilte das bayerische Gesundheitsministerium in der Nacht auf Dienstag mit. Der Patient in Bayern befand sich klinisch in einem guten Zustand. „Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Österreich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sagte am Montagabend nach einer Sitzung des Einsatzstabs im Innenministeriums, die Ankunft des Virus in Europa sei „kein Grund für Panik“. Österreich könne „nicht besser vorbereitet sein“, betonte er. Das Außenministerium rät „von nicht notwendigen Reisen“ in die Provinz Hubei ab.

Wie das Außenamt am Montag mitteilte, befinden sich zwei Österreicher in Hubei. Sie wollten nach Österreich zurück und würden von der Botschaft in Peking bei ihrem Ausreisewunsch unterstützt. Die deutsche Regierung bereitete indes die Evakuierung von rund 90 Deutschen vor, die in Wuhan festsitzen. Sie sollten laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ von der Luftwaffe ausgeflogen werden.

Unterdessen meldete die chinesische Hauptstadt Peking am Montagabend den ersten Todesfall. Wie die Behörden mitteilten, handelte es sich um einen 50-jährigen Mann, der sich in der Millionenstadt Wuhan aufgehalten hatte, wo das Virus ursprünglich ausgebrochen war – wahrscheinlich auf einem Tiermarkt. Am Dienstagvormittag wurden wieder neue Zahlen veröffentlicht. Demnach stieg die Zahl der Toten innerhalb eines Tages landesweit um 26 auf 106 Todesfälle, die Gesamtzahl der Erkrankungen betrug 4.515. Waren am Sonntag 700 neue Infektionen gezählt worden, waren es am Montag bereits 1.700.

Die chinesischen Behörden griffen wegen der Ausbreitung zu drastischen Maßnahmen. Nachdem die hauptbetroffene Provinz Hubei bereits seit dem Wochenende praktisch von der Außenwelt abgeschnitten ist, gibt es auch in der Provinz Hebei bei Peking Restriktionen. So wurde am Dienstag der komplette öffentliche Verkehr in der von zwei Millionen Menschen bewohnten Stadt Tangshan eingestellt. Zudem wurde der Fernverkehr zwischen Peking und der Provinz Hebei weitgehend stillgelegt.

Das US-Außenministerium riet seinen Bürgern von Reisen nach China ab. Bereits geplante Reisen sollten erneut auf den Prüfstand gestellt werden, erklärte das Ministerium am Montag. China könnte zu einem späteren Zeitpunkt auch Ausreisesperren für US-Bürger verhängen, warnte das Ministerium.

Für die besonders von dem Ausbruch des Coronavirus betroffene Provinz Hubei und die Stadt Wuhan warnte das Ministerium ausdrücklich vor jeglichen Reisen. Auch Kanada riet seinen Bürgern von allen Reisen in die Provinz ab und nannte die Auferlegung von massiven Reisebeschränkungen als Begründung. APA