73 Tote innerhalb eines Tages durch Coronavirus in China

Welt / 06.02.2020 • 08:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Die Zahl der Toten durch das neue Coronavirus in China ist schneller gestiegen als bisher. Innerhalb eines Tages waren bis Donnerstag 73 neue Todesfälle zu beklagen, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Damit stieg die Zahl der Toten auf 563. Die bestätigten Infektionen kletterten auch stark um 3.694 auf 28.018 Fälle. Die Kommission sprach von mehr als 24 000 Verdachtsfällen.

70 der neuen Todesfälle wurden in der zentralchinesischen Provinz Hubei verzeichnet, dem Zentrum der Epidemie. Von der Millionenmetropole Wuhan in Hubei hatte der Erreger im Dezember seinen Ausgang genommen. Die Provinz ist weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt. Auch in anderen Regionen verhängten die chinesischen Behörden Verkehrsbeschränkungen.

Außerhalb von Festland-China sind in mehr als einem Dutzend Ländern mehr als 240 weitere Fälle bestätigt. In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong und auf den Philippinen gab es auch zwei Tote. In Österreich gab es bisher keine bestätigten Ansteckungsfälle.

China erwägt eine Verschiebung seiner jährlichen Parlamentssitzung. Man prüfe angesichts der Verbreitung des Coronavirus mehrere Optionen, verlautet aus Regierungskreisen. „Eine Verschiebung ist eine dieser Möglichkeiten.“ Der Nationale Volkskongress mit seinen rund 3.000 Delegierten kommt üblicherweise für mindestens zehn Tage in Peking zusammen, um Gesetze zu verabschieden. Dabei werden auch wichtige wirtschaftliche Ziele für das gesamte Jahr bekanntgegeben. Der Beginn der Sitzung ist für den 5. März geplant.

An Bord eines unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes in Japan wurden indes zehn weitere Fälle des Coronavirus festgestellt worden. Damit erhöht sich die Zahl der Infizierten an Bord des Schiffes auf 20, wie das japanische Gesundheitsministerium bekanntgab. Die Betroffenen würden in örtliche Krankenhäuser gebracht, berichteten örtliche Medien weiter. Von den insgesamt 2.666 Passagieren sind etwa die Hälfte Japaner. Gemeinsam mit den 1.045 Crew-Mitgliedern sollen sie nach Angaben des japanischen Gesundheitsministeriums zunächst für weitere 14 Tage an Bord bleiben, da die Untersuchungen auf den Erreger weitergehen.

In Hongkong wird ein zweites Kreuzfahrtschiff mit mehr als 1.800 – meist aus der chinesischen Sonderverwaltungsregion stammenden – Passagieren sowie 1.800 Crewmitgliedern festgehalten. Bei drei Menschen, die zwischenzeitlich mit dem Schiff gereist waren, war das Virus festgestellt worden. Drei Besatzungsmitglieder sind mit Fieber in Krankenhäuser gebracht und isoliert worden.

Die Sterblichkeitsrate bei Ansteckungen mit dem neuartigen Virus liegt nach Angaben von Experten bisher bei zwei Prozent. Sie liegt damit weit unter den zehn Prozent der SARS-Epidemie der Jahre 2002 und 2003.