Digitalisierung und Homeoffice sind auch im Technikbetrieb gefragt

Karriere / 09.08.2020 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Digitalisierung und Homeoffice sind auch im Technikbetrieb gefragt
Simon Hefel (M.) mit Jürgen Mattivi und Robert Nigsch: „Für uns sind Absolventen der HTLs wichtig. Im kaufmännischen Bereich bilden wir selbst Lehrlinge aus.“ FOTO: HEFEL TECHNIK

Durch die Corona-Krise wird das Arbeiten auch bei Hefel Technik immer flexibler. Geschäftsführer Simon Hefel im Interview.

Wie könnte man Ihre Firmenphilosophie beschreiben?

Wir begeistern mit „sehen & bewegen“. Sehen ist die industrielle Bildverarbeitung, Bewegen steht für elektrische Antriebstechnik, Pneumatik und Hydraulik. Unsere Lösungen sind technologieübergreifend und individuell. Wir bieten jedoch genauso Standardlösungen an.

Wie konnten Sie die Coronakrise bisher meistern?

Wir haben uns Anfang März mit möglichen Szenarien beschäftigt. Seit zwei Jahren sind Mitarbeiter im Homeoffice. So konnten wir auf Erfahrungen zurückgreifen. Schwierig war immer die Kommunikation zwischen Mitarbeiter/innen im Büro und jenen im Homeoffice. Daher verfügten wir schon über Systeme für Chat und Video, um so die interne Kommunikation zu verbessern. Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin, die ihre Aufgaben von zu Hause aus erledigen konnten, konnten schon frühzeitig einen Testtag im Homeoffice absolvieren.

Welche Herausforderungen kommen jetzt auf Ihr Unternehmen in Sachen Arbeitnehmer zu?

Speziell über den Sommer werden einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen noch vermehrt von zu Hause aus arbeiten, da es mit der Kinderbetreuung diesen Sommer ja nicht so gut aussieht. Zum Glück können wir diese Möglichkeit bieten.

Welche Bedingungen, die der Arbeitgeber bietet, kommen gut bei den Mitarbeitern an?

Das Allerwichtigste ist unserer Meinung nach ein fairer Umgang miteinander. Wir versuchen den Zusammenhalt im Team durch verschiedenste Veranstaltungen und Aktionen zu verbessern. Darüber hinaus gestalten wir das Aufgabengebiet möglichst abwechslungsreich, damit sich die Mitarbeiter/innen in vielen Bereichen auskennen, sich gegenseitig vertreten können. Dadurch steigt auch das Verständnis für die Tätigkeiten der anderen erheblich. In Sachen Weiterbildung setzen wir auf einen Mix aus internen Schulungen, Trainings bei unseren Lieferanten und Kursen bei WIFI und Co. Sie werden laut Schulungsplan vom Unternehmen teilweise oder ganz übernommen. Über den Digibon gibt es einen Zuschuss zum Mittagessen. Kaffee und Tee ist für jeden Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin kostenlos. Dazu gibt es noch eine Obstkiste zur freien Entnahme.

Wie flexibel sind Sie die Arbeitszeiten betreffend?

Ein Gleitzeitsystem haben wir seit vielen Jahren, seit Juni testen wir die Umsetzbarkeit einer Viertagewoche bei fünf geöffneten Tagen. Während der jüngsten Zeit im Homeoffice haben einige Gefallen an der Arbeit von zu Hause aus gefunden. Wir werden daher diese Möglichkeit in angepasster Form beibehalten.

Stichwort: Fachkräftemangel. Was tun Sie, um Talente für sich zu gewinnen?

Wir sind Ausbildungspartner der FH Vorarlberg für den Studiengang Elektrotechnik Dual. Über diesen kommen wir zu Studenten, die bereits einen Teil ihrer Ausbildung bei uns machen. Die Studenten werden nach dem Studium, soweit möglich, übernommen. Ebenso pflegen wir unsere Kontakte zu den Schulen.

Welche Anreize finden Talente im Unternehmen, damit sie bleiben?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Es kommt stark auf die Persönlichkeit und die Arbeitsweise jedes Einzelnen an. Für viele ist es eine spannende Aufgabe mit viel Eigenverantwortung und großen Entscheidungsmöglichkeiten. Für andere ist das das Schlimmste, sie möchten lieber nur in einem eingeschränkten Bereich arbeiten, in dem vieles genau geregelt ist und jede Aufgabe nacheinander abgearbeitet wird. Ein flexibles Zeitmodell ist, glaube ich, in jedem Fall erforderlich.

Simon Hefel

Funktion: Geschäftsleitung

Mailadresse: simon.hefel@hefel-technik.com

Jahrgang: 1986

Ausbildung: HTL Rankweil, berufsbegleitendes Studium im Bereich General Management

Laufbahn: nach der schulischen Ausbildung in den Autoverkauf, weiter in den Einkauf von Elektronikbauteilen als Einkaufsleiter. Dann im elterlichen Unternehmen in die Auftragsbearbeitung, später sind Personal und Finanzen dazu gekommen und dann die Geschäftsleitung.

Familie: verheiratet, 2 Kinder

www.hefel-technik.com