Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Terror der Demonstranten

04.02.2022 • 13:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Inzwischen behelligen sie uns in Bregenz also jeden Tag. Tag für Tag sperren sie die Stadt, die wichtigen Durchzugsstraßen, sie machen Lärm, scheppern Kuhglocken, quäken die Tröten und die Trillerpfeifen, halten unkontrollierte Reden und pöbeln Passanten an. Inzwischen werden sogar ganz bewusst Polizisten mit dem Auto angefahren. Die Impfgegner und Coronaleugner mischen sich permanent mit anderen Querulanten, Rechtsradikalen und Demokratiegegnern, während in den Spitälern die Corona-Patienten leiden und auch sterben. Aber das glauben sie nicht. Obwohl es leicht zu überprüfen wäre. Ein Besuch in einem unserer Krankenhäuser, ein Gespräch mit einer behandelnden Ärztin oder einem Arzt würde genügen, um die falsch geleiteten Gedanken wieder aufs richtige Gleis zu bringen. Besonders übel sind sie, wenn sie sich mit den Opfern des Nationalsozialismus gleichsetzen, da betreiben sie nicht nur Geschichtsfälschung, sondern ganz einfach Verharmlosung eines Terrorregimes.

Was sollen eigentlich diese täglichen Belästigungen? Landeshauptmann Markus Wallner wollen sie, so sagen sie, zum Gespräch mit ihnen zwingen, sie wollen ihn herunterholen aus seinem Büro auf die Straße. Ich hoffe nur, dass Wallner standhaft bleibt. Man kann, aber man muss nicht mit allen in Diskussion treten.

Mit diesen Demonstranten, die uns unsere Stadt vermiesen, mit diesen muss man kein Gespräch führen. Denn wen vertreten sie denn? Gut siebzig Prozent sind bei uns geimpft, das sind mehr als zwei Drittel. Und das ist in der Demokratie eine satte Mehrheit, die sich nun von einigen hundert Demonstranten terrorisieren lassen muss. Weil es die Verfassung, die hoch zu respektieren ist, so will.

Die Demokratie, nach der die Demonstranten täglich schreien, ist also das Recht der Mehrheit, in diesem Fall sogar der Zweidrittelmehrheit. Mehr als zwei Drittel aber verhalten sich ruhig, sie tun das, was vernünftig erscheint, das, was 99 Prozent der Wissenschaftler, der Mediziner und der Virologen sagen, sie schützen sich – und andere, sogar die Impfgegner – durch die Impfung. Und sie ermöglichen damit, dass es nun auch Lockerungen im gesellschaftlichen Umgang gibt. Das erreichen nicht die Demonstranten mit ihrem Geschrei, das erreichen die Vernünftigen, die ihre Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft wahrnehmen. Und auch die Freiheit, die die Demonstranten immer für sich in Anspruch nehmen, ohne darauf zu achten, dass Freiheit immer mit Grenzen verbunden ist. Die Freiheit sichern also die Geimpften, die wissen, dass das Ende der eigenen Freiheit dort ist, wo die Freiheit des anderen beginnt. Sie endet auch dort, wo die Gesundheit des anderen gefährdet ist.