Odessa unter Beschuss, schleppende Evakuierung aus Mariupol

03.04.2022 • 14:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Odessa unter Beschuss, schleppende Evakuierung aus Mariupol
Reuters

Die russischen Truppen setzten auch am Sonntag ihre Angriffe auf den Osten und Süden der Ukraine fort. Ziel war auch die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer. Aus dem Verteidigungsministerium in Moskau hieß es, von Schiffen und Flugzeugen aus seien eine Ölraffinerie und drei Treibstofflager bei Odessa beschossen worden. Bei der Evakuierung von Einwohnern der schwer umkämpften und beschädigten Stadt Mariupol ging es indes nur mit großer Mühe voran.

Die russischen Angreifer konzentrieren ihre Angriffe inzwischen auf den Osten und Süden der Ukraine – vermutlich mit dem Ziel, die dort besetzten Gebiete auszuweiten. Ziel eines Luftangriffs war auch die Millionenstadt Odessa. Wie der Stadtrat mitteilte, kam es daraufhin zu Bränden in mehreren Stadtteilen. Auf Fotos war Rauch über Odessa zu sehen. Dem Stadtrat zufolge wurden einige Raketen von der Luftabwehr abgefangen.

Später berichtete auch der Bürgermeister der rund 130 Kilometer südöstlich gelegenen Stadt Mykolajiw, Olexander Senkewytsch, von mehrereren Raketenangriffen. Nähere Angaben gab es zunächst nicht. Nach ukrainischen Militärangaben gingen die Kämpfe auch im Osten weiter. Die Beschuss von Städten im Gebiet Luhansk dauere an. Es gebe Kämpfe bei Popasna und Rubischne.

Nach russischen Angaben wurden in der Nacht zum Sonntag in der Ukraine insgesamt 51 Militäreinrichtungen getroffen, darunter vier Kommandoposten und zwei Raketenabwehrsysteme. Diese Angaben ließen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen. Moskau behauptet, nur militärische Ziele im Nachbarland anzugreifen. Dagegen wirft die Ukraine Russland vor, auch zivile Infrastruktur und Wohngebiete unter Beschuss zu nehmen.

Hunderten Menschen gelang nach Angaben der Regierung in Kiew die Flucht aus umkämpften Städten. So hätten 765 Zivilisten mit eigenen Fahrzeugen die Hafenstadt Mariupol im Südosten verlassen, teilte Vize-Regierungschefin Irina Wereschtschuk mit.

Fast 500 Bewohner seien aus der Stadt Berdjansk geflohen. Für Sonntag planten die russischen Streitkräfte einen Fluchtkorridor für ausländische Staatsbürger aus Mariupol und Berdjansk, ebenfalls am Asowschen Meer. Dabei soll es sich zumeist um Besatzungsmitglieder von blockierten Frachtschiffen handeln.

In der umkämpften und inzwischen auch schwer beschädigten Stadt Mariupol halten sich nach Schätzungen noch etwa 100.000 Einwohner auf. In den vergangenen Tagen hatte es schon mehrere Versuche gegeben, Mariupol zu erreichen. Russland wirft dem Roten Kreuz vor, die Evakuierung schlecht vorbereitet zu haben.

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